Albertville 1992

    Aus Olympia-Lexikon.de

    Buckelpiste

    16. Olympische Winterspiele

    Daten

    Vom 8. bis 23. Februar. 468 Frauen und 1313 Männer aus 64 Ländern nahmen an 57 Wettbewerben in zehn Sportarten teil.

    Programm

    Das Programm war, wie schon 1988, wieder erheblich erweitert worden. Elf Disziplinen waren hinzugekommen: Freestyle mit dem Wettbewerb "Buckelpiste" für Frauen und Männer; Short Track mit je zwei Rennen für Frauen und Männer; Biathlon für Frauen (7,5 km, 15 km und Staffel); und Langlaufrennen im freien Stil (Skating) für Frauen (10 km) und Männer (15 km).

    Austragungsort

    Albertville hatte die Spiele im fünften Wahlgang gegen Sofia, Falun, Lillehammer, Cortina, Anchorage und Berchtesgaden zugesprochen bekommen.

    Man bot Wettkampfstätten, die weit in den Savoier Alpen verstreut lagen, auf 13 Orte verteilt. Die Transportprobleme waren entsprechend.

    Medaillenbilanz

    Die gemeinsam auftretende deutsche Mannschaft setzte sich (10/10/6) knapp gegen das ebenso neu formierte EUN-Team (9/6/8) durch.

    Vergleiche Medaillenspiegel Albertville 1992.

    Stars

    Albertville, das war der Siegeszug der neuen V-Springer (siehe V-Stil); der Wiederaufstieg der Norweger, die in den fünf Langläufen, mit Vegard Ulvang und Björn Dählie an der Spitze, alle Olympiasiege errangen (insgesamt acht Medaillen) und auch bei den Alpinen vier Medaillen holten (Gold für Aamodt und Jagge).

    Erfolge

    Short Track

    Besonders erfolgreich waren die deutschen Eisschnellläuferinnen mit neun von 15 möglichen Medaillen, mit dem Doppelsieg von Gunda Niemann und Bronze von Christa Luding-Rothenburger, die bisher als einzige Frau sowohl im Winter wie auch im Sommer (1988 Silber im Radsprint) Olympiamedaillen gewann.

    Ihre männlichen Kollegen Uwe-Jens Mey (schon Gold 1988) und Olaf Zinke gewannen ebenfalls Gold. Ähnlich erfolgreich waren die Biathleten mit vier Medaillen bei den Männern (zweimal Gold für Mark Kirchner) und drei bei den Frauen (Gold für Antje Misersky). Vier Medaillen holten die Rennrodler (mit dem Olympiasieg für Georg Hackl), drei die Bobfahrer.

    Jelena Välbe und Ljubow Jegorowa (GUS) gewannen je fünf Langlaufmedaillen.

    Alberto Tomba gewann sein drittes Gold; Japans Kombinierer waren zum ersten Mal erfolgreich und es gab große Erfolge der Österreicher (6/7/8).

    UdSSR-Nachfolger "GUS" siegte im Eishockeyturnier vor Kanada und der CSR.

    Denkwürdig

    In einem spannenden Eishockeyturnier, erstmals mit K.o-Runde und "sudden death" bei Unentschieden bzw. Penaltyschießen, verlor die deutsche Mannschaft im Viertelfinale erst durch ein legendäres Penaltyschießen gegen Kanada.

    Fazit

    Die Spiele wurden in der Rückschau gelobt, obwohl sie sich im Vorfeld und im Verlauf auch von ihren negativen Seiten zeigten: Kommerzialisierung und die geringe Rücksichtnahme auf ökologische Aspekte beim Bau der Anlagen sorgten für Kritik.

    Bemerkenswert waren die Veränderungen, bedingt durch weltpolitische Ereignisse. Die bis dahin führenden Wintersport-Mannschaften UdSSR und DDR gab es nicht mehr, da sich ihre Staaten wenige Jahre zuvor aufgelöst hatten. Die DDR und Bundesrepublik bildeten ein Team.

    Aus fünf bisherigen UdSSR-Republiken (Russland, Ukraine, Weißrussland, Kasachstan und Usbekistan) entstand vorübergehend ein gemeinsames Team (bezeichnet durch die Abkürzung EUN oder GUS). Die baltischen Staaten Lettland, Litauen und Estland nahmen eigenständig teil, wie auch die früheren jugoslawischen Teilrepubliken Kroatien und Slowenien.