Atlanta 1996

    Aus Olympia-Lexikon.de

    Spiele der XXVI. Olympiade

    Vom 19. Juli bis 4. August. Die Spiele in Atlanta dauerten 17 Tage, statt bisher wie üblich 16, ein Entgegenkommen des IOC angesichts lukrativer Fernseh-Übertragungen.

    10 361 Sportlerinnen und Sportler aus 197 Ländern nahmen an 271 Wettbewerben teil.

    Programm

    Mit 271 Wettbewerben bot das olympische Programm von Atlanta nochmals 14 Disziplinen mehr auf als Barcelona 1992.

    Zwar wurden neun Wettbewerbe gestrichen: bei den Frauen Solo im Synchronschwimmen, der 3000 m-Lauf und der Zweier-ohne im Rudern; bei den Männern Zweier-mit und Vierer-mit im Rudern, die Mannschaftswertung im Modernen Fünfkampf, der Straßenvierer über 100 km im Radsport und das Flying-Dutchman-Segeln.

    Mountainbiker

    23 Wettbewerbe wurden neu eingeführt:

    Bei den Frauen: Beachvolleyball, Softball, Fußball, Degenfechten (Einzel und Mannschaft), Dreisprung und 5000-m-Lauf in der Leichtathletik, Punktfahren und Zeitfahren auf der Straße im Radsport, Mountainbike, der Leichtgewichts-Doppelzweier im Rudern, Doppeltrap im Schießen, Mannschaftswertungen im Synchronschwimmen und in der Rhythmischen Gymnastik sowie die 4 x 200-m-Staffel im Schwimmen.

    Bei den Männern: Beachvolleyball, Mountainbike, Doppeltrap im Schießen, Einzel-Zeitfahren auf der Straße im Radsport sowie die beiden Leichtgewichts- Ruderklassen Doppelzweier und Vierer-ohne.

    In gemischten Wettbewerben wurden das Badminton-Mixed und das Segeln im Laserboot neu eingeführt.

    Austragungsort

    Die amerikanische "Coca-Cola-Stadt" musste lange bangen, ehe sie sich im fünften Wahlgang gegen Athen durchgesetzt hatte. Vorher waren in dieser Reihenfolge Belgrad, Manchester, Melbourne und Toronto ausgeschieden. Viele Experten hatten gerade wegen des Jubiläumsjahres mit Athen gerechnet.

    Die Organisatoren in Atlanta legten Anfang 1995 einen Finanzplan vor, der Einnahmen von 1,58 Milliarden Dollar und Ausgaben von 1,52 Milliarden vorsieht. Es gab also noch ein Polster von 60 Millionen Dollar. Allerdings scheint in Zukunft auch den Sponsoren das Geld nicht mehr so locker zu sitzen. Auf öffentliche Gelder konnte das Organisationskomitee (ACOG) nicht zählen, da Steuergelder für Olympia in den USA, im Bundesstaat Georgia und in Atlanta tabu sind.

    Neuerungen: Beschränkung der Teilnehmerzahlen

    Die Teilnehmerzahlen sind seit dem IOC-Beschluss von 1991 ab den Spielen in Atlanta auf 10 000 Athletinnen und Athleten sowie auf 5 000 Funktionäre beschränkt.

    Details siehe "Zulassungsbeschränkungen".

    Medaillenbilanz

    Gastgeber USA erkämpfte sich als beste Mannschaft allein 44 Gold-, 32 Silber- und 25 Bronzemedaillen vor Russland (26/21/16) und Deutschland (20/18/27).

    Vergleiche Medaillenspiegel Atlanta 1996.

    Stars

    Sprintstar Michael Johnson (USA) gewinnt Gold über 200 und 400 Meter, sein weibliches Pendant wird die Französin Marie-Jose Perec, die über dieselben Strecken ebenfalls Doppel-Olympiasiegerin wird.

    Auch unter den erfolgreichen deutschen Teilnehmern gibt es Doppelgold zu verzeichnen: Reiter Ulrich Kirchhoff (Springreiten) und Isabell Werth (Dressurreiten) gelingt je ein Sieg im Einzel und mit der Mannschaft.

    Fazit

    Böse Zungen sprechen von "Coca-Cola-Spielen". Die Amerikaner boten eine perfekte Show.

    Leider hatten die Spiele auch ihre Schattenseiten: Während eines Rock-Konzerts im Centennial-Park wurde ein Bombenattentat zum Schockerlebnis: Zwei Menschen kamen zu Tode, 111 wurden verletzt. Doch getreu dem Motto "The Show Must Go On" erlebte die Welt Rekorde, große Sieger, Freudentränen, Gigantismus und American Way of Life.