Calgary 1988

    Aus Olympia-Lexikon.de

    15. olympische Winterspiele

    Vom 13. bis 28. Februar, 313 Frauen und 1110 Männer aus 57 Ländern nahmen an 46 Wettbewerben teil.

    Programm

    Sieben neue Disziplinen kamen dazu: Mannschaftswettbewerbe im Skispringen und in der Nordischen Kombination, die eigens ausgefahrene Alpine Kombination (Abfahrt und Slalom) für Frauen und Männer, der Superriesenslalom (Super-G) für Männer und Frauen sowie der 5000-m-Eisschnelllauf für Frauen.

    Das Programm hatte sich also seit der Premiere in Chamonix 1924 (14 Wettbewerbe) verdreifacht.

    Austragungsort

    Calgary im kanadischen Bundesstaat Alberta hatte die Spiele vom IOC im zweiten Durchgang vor Falun zugesprochen bekommen.

    Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Calgary 1988

    Wie so oft bei Winterspielen, war das Wetter ein wichtiges Thema: Der "Chinook", ein warmer Wind, ließ nicht nur Kunsteis schmelzen, sondern wehte auch viel Sand in die Bobbahn und brachte Alpine und Skispringer schier zur Verzweiflung. Unentbehrlich erwiesen sich die "Schneekanonen" für die Pisten. Die Eisschnellläufer waren zum ersten Mal durch eine Halle geschützt.

    Neuerungen

    Schon vor Calgary war beschlossen worden, Winter- und Sommerspiele künftig nicht mehr im selben Jahr abzuhalten (siehe Olympische Winterspiele).

    Medaillenbilanz

    Genauso dicht wie vor vier Jahren (siehe Sarajevo) lagen die UdSRR (10/9/7) und DDR (9/10/6) zusammen.

    Vergleiche Medaillenspiegel Calgary 1988.

    Stars

    Zu den Stars zählten die Eisschnellläuferin Yvonne van Gennip und der finnische Skispringer Matti Nykänen mit je drei Goldmedaillen sowie die Doppel-Olympiasieger im alpinen Skilauf Vreni Schneider (Schweiz) und Alberto Tomba (Italien).

    Erfolge

    Die erfolgreichen DDR-Sportler holten sechs von neun Rodler-Medaillen und alle Olympiasiege, zehn von 15 möglichen Medaillen bei den Eisschnellläuferinnen, davon jedoch nur einmal Gold durch Christa Rothenburger (1000 m).

    Alberto Tomba bei den Olympischen Spielen von Calgary 1988, wo er Gold im Slalom und Riesenslalom gewann.

    Eiskunstläuferin Katarina Witt siegte zum zweiten Mal hintereinander, Frank Peter Roetsch gewann beide Biathlon-Einzelstrecken, Uwe Jens Mey den 500-m-Eissprint und André Hoffmann die 1500 m.

    Die 36-jährige Langläuferin Raisa Smetanina erhöhte ihre Medaillensammlung seit 1976 auf neun Medaillen.

    Für das bundesdeutsche Team holte Marina Kiehl aus München Abfahrts-Gold; Gold gelang auch der Mannschaft in der Nordischen Kombination. Christa Kinshofer, schon 1980 mit Silber erfolgreich, erfuhr sich nochmals Silber und Bronze; Frank Wörndl wurde Zweiter im Slalom hinter Skistar Alberto Tomba.

    Silber gab es auch für den Rodler Georg Hackl und die Biathlonstaffel.

    Die deutsche Eishockeymannschaft glänzte zuerst mit überraschenden Siegen über die USA und die CSSR, verlor dann hoch gegen Finnland und Kanada und wurde in der Endrunde Fünfter, in einem Turnier, das zum siebenten Mal die UdSSR gewann.

    Fazit

    In Calgary wurde neben hochklassigen Wettbewerben auch neuer Gigantismus (Sportbauten), Einflussnahme des Fernsehens (ABC hatte die Rechte für 309 Millionen Dollar erworben), die erstmalige Teilnahme von Profisportlern sowie Streitigkeiten um die augenfällige Werbung an Kleidung und Sportgerät geboten.

    Es wurde auch deutlich, dass sich das olympische Programm weiter ausdehnen würde.

    Zum ersten Mal in der olympischen Wintergeschichte gab es keine Goldmedaille für die Norweger, was sich aber bald wieder ändern sollte. Auch waren es die letzten Auftritte der UdSSR und der DDR, deren Staaten sich wenige Jahre später auflösten.