Die Geschichte des Fußballs - Tradition und Moderne im Einklang

    Aus Olympia-Lexikon.de

    Nicht nur in Deutschland, sondern in weiten Teilen der Welt erfreut sich Fußball größter Beliebtheit. Die Sportart wird gerne als traditionell bezeichnet, obwohl sie streng genommen anhaltenden Änderungen unterliegt. Fußball unterliegt mehr Einflüssen, als gerne vernutet wird.

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    Die Wiege des Fußballsports

    Häufig wird England als die Wiege des Fußballsports bezeichnet. Streng genommen trifft dies nur für den modernen Fußball zu, denn in abgewandelter Form wurde der Sport schon viel früher in anderen Regionen ausgeübt. So wurde z.B. schon vor der Geburt Christi ein ähnliches Ballspiel in China praktiziert. Allerdings stand dabei weniger der Aspekt des Vergnügens im Vordergrund, stattdessen diente das Spiel der militärischen Ausbildung.

    Etwa zur Zeit des 15. Jahrhunderts erfreuten sich rabiate Fußballvarianten in mehreren Teilen Europas einer großen Beliebtheit. Nicht nur in England, sondern auch Frankreich und Italien wurde gespielt. Allerdings wurde damals noch nicht nach den "Fair Play" Prinzipien gespielt, d.h. Spieler haben sich deutlich häufiger und dabei zum Teil auch schwer verletzt.

    In England hielt die Begeisterung für den Sport bis zum Beginn der industriellen Revolution an. Eine Besonderheit zur damaligen Zeit bestand darin, dass es noch kein modernes Spielfeld gab. Somit gab es auch keine Tore, wie wir sie heute kennen. Stattdessen wurde versucht, den Ball durch das Stadttor der gegnerischen Mannschaft zu befördern. Wie weit die Dörfer auseinander lagen, spielte dabei keine Rolle.

    Der Weg zum modernen Fußball

    Zur Mitte des 19. Jahrhunderts konnten sich vor allem britische Studenten für den rabiaten Sport begeistern. Allerdings erinnerte das Spiel damals noch mehr an Rugby und jede Hochschule hatte ihre ganz eigenen Regeln. Damit die Studenten verschiedener Universitäten gegeneinander antreten konnten, wurde ein einheitliches Regelwerk geschaffen. Als Folge dieser Entwicklung entstand 1863 die Football Association.

    Es sollte noch 41 Jahre lang dauern, bis 1904 in Paris die Fédération Internationale de Football Association (FIFA) gegründet wurde. Ziel dieser Gründung war es, ein weltweit einheitliches Regelwerk zu schaffen. Hierbei scheute die FIFA nicht davor zurück, in die Regeln erheblich einzugreifen. Auf diese Weise gelang es, das Spiel zu entschärfen und die Teilnehmer besser vor Verletzungen zu schützen.

    Die Regeln des modernen Fußballs sollten im Lauf der Jahrzehnte noch mehrmals angepasst werden. Bis etwas in die 1930er Jahre waren dann allerdings die wesentlichen Regeln definiert, d.h. der heutige Fußballsport weist hinsichtlich des Regelwerks nur noch geringfügige Abweichungen auf.

    Der technische Fortschritt im Fußball

    Ganz anders verhält es sich auf der technischen Seite. Während sich die Regeln seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts kaum noch verändert haben, machte sich der technische Fortschritt erst ab dieser Zeit so richtig bemerkbar.

    Ein gutes Beispiel ist der eigentliche Ball. Früher wurde er aufwendig aus Leder gefertigt, was heute nur noch bedingt der Fall ist. Das Kernproblem der Lederbälle ist ihre Empfindlichkeit gegen Nässe. Das Leder nimmt Feuchtigkeit auf, was den Ball schwer macht. Deshalb werden Fußbälle zunehmend häufiger aus Kunststoff gefertigt. Auch der Einsatz von Nähten befindet sich auf dem Rückmarsch, immer häufiger werden Fußbälle verklebt.


    Mittlerweile ist es sogar möglich, einen Fußball exakt mittig mit einem Sensor auszustatten und auf diesem Weg zu messen, ob er nach einem Schuss die Torlinie überschritten hat oder nicht. Angesichts der damit verbundenen Chancen stand die Einführung des elektronischen Tores im internationalen Fußball schon mehrfach zur Debatte. Letzten Endes wollte sich jedoch keine der großen Organisationen darauf einlassen, sodass weiterhin ganz allein der Schiedsrichter darüber entscheidet, ob ein Tor gewertet wird.

    Ähnliche Fortschritte wurden auch bei der Ausrüstung der Spieler gemacht, insbesondere bei den Fußballschuhen. Nie zuvor waren Fußballschuhe so leicht und gleichzeitig so ergonomisch. Hinzu kommen moderne Obermaterialien, die z.B. einen besseren Nässeschutz bei einer hervorragenden Atmungsaktivität erlauben. Zumal es mittlerweile Schuhe gibt, die mit Sensoren ausgestattet sind und aktive Spielerauswertungen am Computer zulassen. Allerdings ist deren Einsatz immer noch umstritten und daher nicht in jedem Verein anzutreffen.