Dressur

    Aus Olympia-Lexikon.de

    Teilbereich des Reitsports mit Einzelwettbewerb und Mannschaft.

    Regeln in Kürze

    Im Dressurviereck (20 x 60 m) werden Gangarten (Schritt, Trab, Galopp) und "Hufschlagfiguren" sowie Piaffe, Passage, Pirouette oder fliegende Wechsel von Gangart und Sprung von Punktrichtern bewertet.

    Kurioses

    Dressurreiten

    In London 1948 wurde die schwedische Mannschaft als eigentlicher Sieger disqualifiziert, weil sich herausstellte, dass Gehnäll Persson kein Offizier war. Vor 1952 verlangten es die Regeln, dass alle Teilnehmer an Reitsport-Wettbewerben nicht nur Soldaten ihres Landes, sondern auch Offiziere sein mussten. In Helsinki 1952 holten Persson und sein Team den Olympiasieg nach.

    In München 1972 startete die Engländerin Lorna Johnstone. Sie belegte Platz 12 und war 70 Jahre alt. Sie ist die älteste Olympiateilnehmerin aller Zeiten.

    Fritz Thiedemann, der große Springreiter, war auch in der Dressur mit zwei Bronzemedaillen in Helsinki 1952 erfolgreich.

    Olympische Geschichte

    Olympisch ist die Dressur seit Stockholm 1912 (Einzel) und Amsterdam 1928 (Mannschaft). Frauen sind seit 1952 in die Teams integriert.

    Olympische Erfolge

    Deutsche Reiter dominierten oft diesen Wettbewerb:

    Rainer Klimke gewann insgesamt acht Medaillen, davon sechs in Gold, und ist damit der erfolgreichste deutsche Olympiateilnehmer, Sommer und Winter zusammengenommen.

    Nicole Uphoff holte sich vier Goldmedaillen, siegte jeweils im Einzel und mit der Mannschaft in Seoul 1988 und in Barcelona 1992. Ihre Nachfolge trat Isabelle Werth an: Zu ihren olympischen Erfolgen gehören dreimal Gold mit der Mannschaft, einmal Gold im Einzel und zweimal Silber im Einzel. Josef Neckermann brachte es als "alter Herr" zwischen 1960 und 1972 auf sechs Medaillen.

    Die erste weibliche Olympiasiegerin war Liselott Linsenhoff in München 1972, wenige Tage nach ihrem 45. Geburtstag.

    Natürlich waren auch andere Nationen erfolgreich. Die niederländische Dressurreiterin Anky van Grunsven gewann bei den Olympischen Spielen 2000, 2004 und 2008 drei Mal nacheinander die Goldmedaille in der Einzelkonkurrenz sowie Silber mit ihrer Equipe.