Eishockey

    Aus Olympia-Lexikon.de

    Eishockey ist ein schnelles Mannschaftsspiel, das in Kanada erfunden wurde. Ziel des Spiels ist es, den Puck ins gegnerische Tor treiben.

    Regeln in Kürze

    Eishockey-Finale Kanada gegen Schweden bei den Olympischen Spielen in Lillehammer 1994

    Mannschaft

    Auf dem Spielfeld dürfen sich gleichzeitig sechs Spieler befinden: fünf Feldspieler und ein Torwart. Jedes Team kann vor Spielbeginn maximal 20 Feldspieler und zwei Torhüter benennen.

    Grundsätzlich darf jede Mannschaft während des Spiels ihre Spieler auswechseln. Dies geschieht auf die Art und Weise, dass ganze Reihen (Verteidigung oder Sturm) fliegend ausgetauscht werden. Auch der Tormann darf das Tor jederzeit verlassen und durch einen Feldspieler ersetzt werden.

    Strafen

    Für Fouls gibt es Zeitstrafen.

    Abseits

    Der Puck (Hartgummi, 165-170 g schwer, Durchmesser 7,62 cm, Dicke 2,54 cm) muss immer die zwei auf das Eis gemalten Linien vor dem Spieler überqueren, sonst erkennen die Schiedsrichter (ein Hauptschiedsrichter und zwei Linienrichter) auf Abseits.

    Bekleidung

    Schutzkleidung (Helm, Maske für Torhüter) ist vorgeschrieben.

    Spielfeldmaße

    Länge 56-61 m, Breite 26-31 m, umgeben von einer 1,15-1,22 m hohen Kunststoffbande mit abgerundeten Ecken. Die beiden Tore sind 1,83 m breit und 1,22 m hoch.

    Spielzeit

    Drei Mal 20 Minuten mit zwei 15-minütigen Pausen; bei Unterbrechungen wird die Zeitnahme angehalten.

    Modus

    Wurde früher erst in einer Gruppe, dann in Vorrunden und Endrunden nach dem Punktesystem gespielt, so gibt es jetzt zwei Vorrundengruppen, aus denen sich je vier Teams für das Viertelfinale qualifizieren, ab dem dann im K.o.-System gespielt wird, so dass es zu einem echten Endspiel kommt. Bei Unentschieden wird zehn Minuten (bis zum ersten Tor, dem so genannten "sudden death") verlängert. Ist dann immer noch kein Tor gefallen, wird der Sieger im Penaltyschießen (vergleichbar dem Elfmeterschießen im Fußball) ermittelt.

    Die Amateurfrage

    Nachdem sich die kanadischen Amateure (früher Klubmannschaften, dann Landes-Auswahl) gegen die "Staats-Amateure" aus dem Osten (vor allem UdSSR) nicht mehr durchsetzen konnten, protestierten sie heftig, weil sie ihre Profis nicht einsetzen durften. Aus dem Protest wurde dann für Sapporo 1972 und Innsbruck 1976 ein Boykott. In Sapporo fehlte das kanadische Eishockey zum ersten Mal seit 52 Jahren. 1980 kehrte das kanadische Team zu Olympia zurück und gewann 1992 erstmals seit 24 Jahren wieder eine Medaille. Seit Nagano 1998 dürfen die kanadischen Profis nominiert werden.

    Kurioses

    Als die Sowjets in Cortina 1956 gleich bei ihrem olympischen Debüt siegten, gewannen sie alle Spiele und holten ein Torverhältnis von 40:9 heraus.

    In Innsbruck 1964 stand im rumänischen Team (Platz 12) ein Spieler namens Ion Tiriac, der später als Tennisspieler und Manager (u.a. von Boris Becker) Karriere machte.

    Geschichte der Sportart

    Die Anfänge werden auf das frühe 19. Jahrhundert datiert. Ab circa 1860 ersetzte ein "Puck", also eine Scheibe aus Hartgummi, den bis dahin üblichen Ball.

    W. Robertson und R. Smith, zwei Studenten der McGill-Universität (Kanada), entwarfen die ersten Regeln, in denen sie Bestimmungen aus dem Feldhockey und dem Rugby kombinierten. Damals bestand eine Mannschaft noch aus neun Spielern.

    Lord Stanley of Preston, britischer General-Gouverneur von Kanada, stiftete 1894 den Stanley-Cup, der heute noch der wichtigste Eishockey-Wettbewerb der Profis ist.

    Das erste Spiel in Deutschland fand 1897 in Berlin statt.

    Olympische Geschichte

    Die deutsche Eishockeymannschaft bei den Olympischen Spielen in Lillehammer 1994 im Torjubel.

    Seine olympische Premiere erlebte Eishockey als Wettbewerb innerhalb der Sommerspiele in Antwerpen 1920, und dieses Turnier galt zugleich als erste Weltmeisterschaft. Die erste Goldmedaille gewann Kanada (mit 29:1 Toren), vertreten durch die Amateure der "Winnipeg Falcons", deren Spieler mit einer Ausnahme gebürtige Isländer waren. Eine Mannschaft bestand damals noch aus sieben Spielern auf dem Eis, das einzige Mal bei Olympia. Amerikaner und Tschechoslowaken belegten die Medaillenplätze.

    Ab Chamonix 1924, den ersten offiziellen Winterspielen, bestand eine Mannschaft, wie heute noch üblich, aus fünf Feldspielern und einem Torwart. Es gewannen wieder die Kanadier (Toronto Granites), diesmal mit einem Torverhältnis von 110:3, wobei Harry Watson 38 Treffer erzielte. Die Siegesserie der Kanadier hielt bis Garmisch-Partenkirchen an, dort mussten sie sich der Sensationsmannschaft aus Großbritannien geschlagen geben. Diese hatten ihr Team mit Anglo-Kanadiern, das heißt mit in England geborenen Kanadiern, besetzt, während Kanada mit einer "Not"-Amateurmannschaft angereist war.

    In St. Moritz 1948 (RCAF Flyers) und Oslo 1952 (Edmonton Mercurys) triumphierten wieder die Kanadier, ehe in Cortina das sensationelle Debüt der Sowjetunion (nur Siege mit einer Torquote von 40:9) begeisterte und deren Siegeszug begann.

    Ab Nagano 1998 wurde Eishockey auch für Frauen zur olympischen Sportart. In Salt Lake City 2002 wurde die Anzahl der Frauenmannschaften von sechs auf acht erhöht.

    Olympische Erfolge

    In den 18 Eishockeyturnieren seit 1920 gewannen außer den Teams aus Kanada und der UdSSR nur noch die USA (zweimal sensationell auf eigenem Eis in Squaw Valley 1960 und in Lake Placid 1980), Großbritannien und Schweden die Goldmedaille, wobei die Schweden in Lillehammer 1994 dramatisch im Penaltyschießen die Kanadier bezwangen und nach zwei Silber- und vier Bronzemedaillen erstmals in der Geschichte den Olympiasieg holten.

    Der unglaubliche Siegeszug der UdSSR reichte von 1956 bis 1992 (GUS-Team), unterbrochen nur 1960 und 1980 durch die USA.

    Deutsche Mannschaften schafften zweimal Bronze: in Lake Placid 1932, als nur vier Teams teilnahmen und Kanada vor USA, Deutschland und Polen gewann, und in Innsbruck 1976, wo Kanada, Schweden (und die DDR) fehlten.

    Weblinks

    Deutsche Eishockey Liga

    Eishockey Magazin

    National Hockey League NHL

    International Ice Hockey Federation (IIHF)

    NHL