Eiskunstlauf

    Aus Olympia-Lexikon.de

    Eiskunstlauf ist ein durch Ausführung bestimmter Formen, Pirouetten und Sprünge und deren Kombinationen gekennzeichneter Eislauf (zahlreiche Standardsprünge, meist nach ihren Erfindern benannt: unter anderem Lutz, Rittberger, Salchow, Axel-Paulsen).


    Regeln in Kürze

    Nach Abschaffung der Pflicht (dem möglichst exakten Nachziehen bestimmter Figuren auf dem Eis) werden die Sportler nun mit Noten bis zu 6,0 in Kurzkür und Kür von neun Preisrichtern bewertet. Die Kurzkür oder das Originalprogramm dauert maximal 2:40 Minuten und muss acht vorgeschriebene Elemente enthalten. Die Noten für die Kurzkür werden mit 0,5, die der Kür (etwa fünf Minuten) mit 1,0 multipliziert.

    Die Jury vergibt eine A-Note für den sportlichen Inhalt und eine B-Note für den künstlerischen Wert.

    Diese Noten sind aber nur "Hilfsmittel", entscheidend sind die Plätze, auf die die Läufer durch die neun Juroren gesetzt werden. Daraus ergibt sich die Platzziffer. Gewonnen hat, wer mindestens fünfmal auf Platz eins gesetzt wurde. Bei Gleichständen entscheidet die Kür.

    Wettkampfdisziplinen

    Originalprogramm (Kurzkür) und Kür:

    Einzel (Männer und Frauen);

    Paarlauf (mit Hebefiguren über Kopfhöhe und Sprüngen);

    Eistanz (an Standardtanzen und/oder Ballett angelehntes Eistanzen ohne Sprünge und Hebefiguren nur bis Hüfthöhe).

    Kurioses

    Das Paar Kilius/Bäumler "verlor" seine Silbermedaille von Innsbruck 1964, weil es vorher angeblich einen Profi-Vertrag unterschrieben hatte, bekam sie 1966 wieder ausgehändigt, verlor sie erneut wenige Monate später und erhielt sie endgültig 1987 bei einer Feier in München.

    Geschichte der Sportart

    Die Fortbewegung auf schlittschuhähnlichen Geräten ist ca. 4000 Jahre alt, was Knochenfunde (Gleitkufen aus Knochen) beweisen. Die Knochen-Kufen wurden später durch Holzkufen und schließlich von Eisenkufen abgelöst.

    In Edinburgh wurde 1742 der erste Eislaufklub gegründet, der erste in Deutschland entstand 1862 in Frankfurt/M.

    1888 schlossen sich die deutschen Vereine in Hamburg zum "Deutschen Eisläuferverband" zusammen. Weltmeisterschaften der Männer gibt es seit 1896, die Frauen folgten 1906.

    Olympische Geschichte

    Die olympische Geschichte beginnt sehr früh, bei den Sommerspielen in London 1908 gab es Medaillen für Frauen, Männer und Paare. Der Sieger bei den Männern hieß Ulrich Salchow (Schweden), dessen Sprung seinen Namen bis heute in Erinnerung hält.

    Auch bei den Sommerspielen in Antwerpen 1920 standen die drei Wettbewerbe wieder auf dem Programm, so dass der Eiskunstlauf die älteste olympische Wintersportart ist. Seither fehlte er bei keinen Spielen, in Innsbruck 1976 kam der Eistanz hinzu.

    Olympische Erfolge

    Große Namen hat dieser Sport hervorgebracht: Sonja Henie, Irina Rodnina, Karl Schäfer, die Protopopows, die Paare Marika Kilius und Hansjürgen Bäumler, Maxi Herber und Ernst Baier.

    Das Paar Rita Baran/Paul Falk siegte in Oslo 1952, und Manfred Schnelldorfer ist der erste und einzige Olympiasieger der Männer aus Deutschland. Katarina Witt (DDR) triumphierte in Sarajevo 1984 und Calgary 1988.

    Das britische Eistanzpaar Jayne Torvill und Christopher Dean revolutionierte bei seinem Sieg in Sarajevo 1984 den Eistanz. Das Paar zeigte "freies" Tanzen zu Ravels Bolero, was möglicherweise gegen die Regeln verstieß. Aber die Juroren waren von der Vorführung so hingerissen, dass sie bei den 18 Wertungen zwölfmal die Höchstnote 6,0 vergaben.

    Weblinks

    Deutsche Eislauf-Union (DEU)

    Witt, Katarina

    Henie, Sonja

    Hughes, Sarah

    Kilius, Marika