Freistilschwimmen

    Aus Olympia-Lexikon.de

    Freistilschwimmen ist eine Stilart im Schwimmen, früher Kraulschwimmen.

    1. Wettkampfdisziplinen

    Männer und Frauen: 50 m, 100 m, 200 m, 400 m, 4 x 100 m, 4 x 200-m-Staffel, 10-km-Langstreckenschwimmen

    Männer: 1 500 m

    Frauen: 800 m

    eine Lage im Lagenschwimmen

    Technik

    Kraulstil

    Der Schwimmer befindet sich mit seinem Körper möglichst parallel zur Wasseroberfläche. Während er einen nach vorne ausgestreckten Arm mit der Handfläche nach unten durch das Wasser zieht, bewegt er den anderen Arm außerhalb des Wassers mit angewinkeltem Ellbogen nach vorne. Dieser Bewegungsablauf erfolgt abwechselnd mit dem rechtem und dem linken Arm. Gleichzeitig führen die Beine schnelle, paddelnde Bewegungen aus. Das Einatmen erfolgt, indem der Schwimmer seinen Kopf in Richtung des sich nach vorne bewegenden Armes dreht; das Ausatmen unter Wasser, wenn dieser Arm nach hinten gezogen wird.

    Kurioses

    Bei den Olympischen Spielen in Sydney 2000 schwamm Eric "the Eel" Moussambani aus Äquatorial-Guinea die langsamste Zeit. Der 22-Jährige, der erst im Januar 2000 Schwimmen gelernt hatte, musste, nachdem die beiden anderen mit ihm im Vorlauf startenden Athleten disqualifiziert worden waren, die 100 m auf sich allein gestellt zurücklegen: Nach gut 50 m schien es, als ob Moussambani nicht in der Lage sein würde, das Rennen zu beenden, der Jubel des Publikums trug ihn jedoch förmlich ins Ziel.

    Geschichte der Sportart

    Anfangs kannte man nur das Brustschwimmen, bis der englische Trainer Arthur Trudgeon 1870 auf einer Reise nach Südamerika eine Art Kraulstil sah, den er in England weiterentwickelte. (Zur Geschichte des Schwimmsports siehe Schwimmen.)

    Olympische Geschichte

    Von den vier Schwimmwettbewerben, die bei den Spielen in Athen 1896 in der Bucht von Piräus ausgetragen wurden, fanden drei im Kraulstil statt: über 100 m, 500 m und 1200 m.

    Ab Stockholm 1912 schwammen auch die Frauen olympisch mit, über 100 m und in der Staffel. Seit Mexico City 1968 steht das heutige Programm fest. Nur der 50 m-Sprint (für Frauen und Männer) kam in Seoul 1988 hinzu und in Atlanta 1996 die 4 x 200-m-Staffel der Frauen. Eine weitere Neuerung ist das 10-km-Langstreckenschwimmen der Frauen und Männer im offenen Wasser (eingeführt in Peking 2008).

    Olympische Erfolge

    Unter den großen Siegern in dieser Schwimmdisziplin finden sich auch die großen Namen des Schwimmsports. So errang Mark Spitz fünf seiner insgesamt acht Goldmedaillen bei den Spielen 1968 in Mexico City sowie 1972 in München im Freistilschwimmen (inklusive Staffeln). In den Achtzigern beherrschten Matt Biondi (1984 bis 1988) und Michael Groß (1984 und 1988) die Schwimmszene und erschwammen sich ihre Erfolge auch im Freistil. In den 1990er Jahren hingegen beherrschte der Russe Alexander Popow die Weltelite: In Barcelona 1992 und Atlanta 1996 holte er über die 50- und die 100-m-Strecke jeweils Gold. Michael Phelps holte in Athen 2004 und in Peking 2008 zusammen unglaubliche 14 Goldmedaillen, davon vier im Freistilschwimmen.