Fußball

    Aus Olympia-Lexikon.de

    Einleitung

    Fußball ist ein Ballspiel, das von zwei Mannschaften mit je zehn Feldspielern und einem Torwart bestritten und einem Schiedsrichtergespann aus einem Schiedsrichter und zwei Schiedsrichterassistenten geleitet wird. Ziel ist es, möglichst viele Tore zu schießen.

    Regeln in Kürze

    Spielfeld

    Rechteckiges Spielfeld, Länge 90-120 m, Breite 45-90 m; Tore 2,44 m hoch, 7,32 m breit.

    Wichtigste Regeln

    Spielzeit zwei Mal 45 Minuten, zwischen den beiden Spielzeiten eine maximal 15-minütige Pause, Verlängerung zwei Mal 15 Minuten; farbige Karten, gelb für Verwarnung, rot für Platzverweis (mit folgender Sperre). Vier Auswechselspieler (drei Feldspieler und ein Torwart).

    Modus bei Olympia

    Vorrunde nach Zulosung, jeder gegen jeden, drei Punkte für jeden Sieg, einer für ein Unentschieden. Endrunde im Play-off-System, das heißt, wer gewinnt, ist eine Runde weiter. Bei Unentschieden nach der normalen Spielzeit gibt es Verlängerung. Ist dann immer noch keine Entscheidung gefallen, folgt ein Elfmeterschießen. Die Spiele finden nicht nur im eigentlichen Austragungsort der Sommerspiele, sondern auch in anderen Stadien des Landes statt.

    Die Amateurfrage

    Fußball

    Die Frage nach der Teilnahme der "echten" Profis ist bis heute nicht zufriedenstellend gelöst. Die augenblickliche Regelung sieht vor, dass auch Profis am olympischen Turnier teilnehmen dürfen, sofern sie unter 23 Jahre alt sind. Zudem sind pro Mannschaft drei Ausnahmen von dieser Altersbegrenzung erlaubt. Diese Regelung gilt jedoch nur für Männer. Bei den Frauen ist die Teilnahme insofern begrenzt, als dass Spielerinnen mindestens 16 Jahre alt sein müssen.

    Vor den Spielen in Peking 2008 entschied der internationale Sportgerichtshof, dass Vereine nicht verpflichtet sind, ihre Spieler für die Olympischen Spiele abzustellen. Als Folge soll das olympische Turnier in den Kalender des Weltverbandes FIFA aufgenommen werden, um eine Abstellung zur Pflicht zu machen. Allerdings sollen in London 2012 ausschließlich Spieler unter 23 Jahren zum Einsatz kommen.

    Geschichte der Sportart

    Undeutliche Spuren verweisen auf fußballähnliche Spiele in China und in der Antike, im Mittelalter gab es Mixturen aus Fußball und den späteren Sportarten Golf, Cricket und Rugby.

    Seine Entwicklung nahm der Fußballsport in England, wo sich, speziell um die Frage kreisend, ob der Ball auch getragen werden dürfe, im vorigen Jahrhundert im Wesentlichen jene Regeln entwickelten, die auch noch heute grundsätzlich gelten.

    Nach Gründung des englischen Verbandes (FA) 1863 nahm das Spiel immer stärker seine Gestalt an: 1869 Verbot des Handspiels und Einführung des Torwarts, 1874 feste Querlatte des Tores, 1877 Platzverweis, 1882 beidhändiger Einwurf, 1891 Elfmeter.

    Der erste Klub wurde 1855 in Sheffield gegründet, das erste Länderspiel (England-Schottland) fand 1872 statt und endete 0:0. In Deutschland entstand der erste Klub 1878 in Hannover, ab 1899 gab es die ersten Ländervergleiche (so genannte "Ur-Länderspiele") und 1903 die erste deutsche Meisterschaft, die der VfB Leipzig gewann.

    Olympische Geschichte

    Olympisch war Fußball erstmals in Paris 1900, nachdem er in Athen 1896 bei der Wiederbegründung der Olympischen Spiele als "Schaukampf" vorgeführt worden war. Mit Ausnahme von Los Angeles 1932, die Amerikaner hatten den schon weltweit populären Fußball nicht akzeptiert, war die Sportart seit 1900 bei allen Olympischen Spielen vertreten.

    Die frühen Turniere sind aber sehr umstritten. 1900 traten drei Klubs aus England, Frankreich und Belgien an, 1904 spielten nur eine kanadische und zwei amerikanische Klubmannschaften. Erst das Turnier in London 1908 kann man als olympisch bezeichnen, weil es inzwischen den Internationalen Verband (FIFA) gab und die Engländer als "Erfinder des Fußballs" um eine korrekte Organisation bemüht waren. Es traten allerdings nur sechs Teams (darunter zwei französische) an. Zum ersten Mal war bestimmt worden, dass bezahlte Spieler nicht teilnehmen durften. Seit 1952 gibt es für Olympia Qualifikationsspiele.

    In Atlanta 1996 feierte Frauen-Fußball seine olympische Premiere in einem Turnier mit acht Teams, die sich dafür bei der Weltmeisterschaft 1995 in Schweden qualifizierten.

    Olympische Erfolge

    In den bisher 25 Turnieren der Männer, einschließlich jener umstrittenen in den Gründerjahren, gab es 19 verschiedene Olympiasieger. An der Spitze steht Ungarn mit drei Siegen in den Jahren 1952, 1964 und 1968. Zu den erfolgreichsten Mannschaften gehört außerdem Argentinien, das sowohl in Athen 2004 als auch in Peking 2008 gewann.

    Die bundesdeutsche Männer-Auswahl holte ihre einzige Medaille (Bronze) in Seoul 1988 mit Spielern, die als Profis große Karriere machten: Michael Schulz, Uwe Kamps, Fritz Walter, Karl-Heinz Riedle, Thomas Häßler und Jürgen Klinsmann.

    Bei den Frauen setzte sich die USA in Atlanta 1996, in Athen 2004 und in Peking 2008 durch. Lediglich in Sydney 2000 gewann Norwegen. Die deutschen Damen gewann von 2000 bis 2008 drei Mal in Folge die Bronzemedaille.