Gregory Louganis

    Aus Olympia-Lexikon.de

    amerikanischer Wasserspringer

    geboren: 29. Januar 1960 in San Diego


    Der vierfache Olympiasieger und fünffache Weltmeister zählt zu den erfolgreichsten und populärsten Wasserspringern aller Zeiten. Dabei rückten ihn nicht nur seine sportlichen Erfolge, sondern auch seine Auftritte in der Öffentlichkeit und seine Lebensgeschichte ins Rampenlicht.

    Geboren als Sohn eines farbigen Samoa-Insulaners und einer Schwedin, wurde Greg Louganis von den noch minderjährigen Eltern zur Adoption freigegeben. Peter Louganis, ein griechischer Immigrant, nahm das acht Monate alte Kind in seine Familie auf. Der Sport wurde für den späteren Ausnahmeathleten zum Fluchtpunkt und zum Hoffnungsanker während einer Kindheit und Jugend, in der er vor allem wegen seiner Hautfarbe ein Außenseiterdasein führte. Bereits mit zwölf unternahm er einen Selbstmordversuch und schon früh hatte er mit Alkoholproblemen zu kämpfen.

    Mit dem zweifachen Olympiasieger im Wasserspringen, Sammy Lee (1948 und 1952), der sein Trainer und väterlicher Betreuer wurde, begann sein sportlicher Aufstieg. Bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal wurden seine Mühen mit einer Silbermedaille belohnt, besiegt wurde er nur von der italienischen Springerlegende Klaus Dibiasi. Die Spiele von Los Angeles 1984 und Seoul 1988 sollten zum Triumphzug von Greg Louganis werden: Er blieb jeweils unbesiegt und gewann Gold sowohl im Turmspringen (10 m) als auch im Kunstspringen (3-m-Brett). Louganis errang außerdem sechs Weltmeistertitel. 1988 beendete er seine Karriere. Nach seiner aktiven Laufbahn war er unter anderem als Schauspieler tätig.

    Im Jahr 1994 hatte der Starspringer bei den "Gay Games" in New York sein Coming Out; 1995 ging er mit seiner AIDS-Erkrankung, an der er schon seit längerem litt, an die Öffentlichkeit. Mit dieser Nachricht wurde eine Diskussion um die Sicherheit im Sport ausgelöst, weil der Amerikaner im Vorkampf der Olympischen Spiele von 1988 mit dem Kopf gegen das Sprungbrett geprallt war und sich eine offene Wunde zugezogen hatte. Das IOC beschloss, dass künftig HIV-infizierte Sportler von den Wettkämpfen ausgeschlossen werden können. Greg Louganis schrieb seine Lebensgeschichte in dem Buch "Breaking the Surface" (1995) nieder.

    Olympische Erfolge

    1976

    Silber Turm

    1984

    Gold Turm

    Gold Drei-Meter-Brett

    1988

    Gold Turm

    Gold Drei-Meter-Brett