Handball

    Aus Olympia-Lexikon.de

    Handball

    Handball ist eine Ballsportart, bei der zwei Mannschaften mit je sechs Feldspielern versuchen, den Ball mit der Hand und dem übrigen Körper (außer Unterschenkel und Fuß) ins gegnerische Tor zu befördern.

    Regeln in Kürze

    Das Spielfeld ist zwischen 38 m und 44 m lang und zwischen 18 m und 22 m breit. Das Tor misst 2 x 3 m. Der Wurfkreis ist 6 m vom Tor entfernt. Der Ball wiegt zwischen 425 und 475 g (Frauen 325-400) und hat einen Umfang von 58 bis 60 cm (Frauen 54 bis 56).

    Wichtigste Regeln

    Eine Mannschaft besteht aus einem Torwart, sechs Feldspielern und fünf Auswechselspielern. Ein Spiel dauert zweimal 30 Minuten. Der Ball muss nach drei Schritten aufgetippt oder abgegeben werden.

    Kurioses

    Roswitha Krause, mit dem DDR-Team 1976 Silber- und 1980 Bronzemedaillengewinnerin, gewann in Mexico City 1968 mit der 4 x 100-m-Freistilstaffel die Silbermedaille, also Medaillen im Handball und Schwimmen.

    Geschichte der Sportart

    Früher unterschied man Feldhandball, Kleinfeldhandball und Hallenhandball, aus dem dann die heute übliche Form entstand, die man einheitlich Handball nennt. Feldhandball auf dem großen fußballähnlichen Feld wird nicht mehr ausgeübt.

    Der Handballsport bekam 1917 die ersten einheitlichen Regeln (M. Heiser), die 1919 modifiziert wurden (C. Schelenz).

    Olympische Geschichte

    Olympisch wurde Handball erstmals als Feldhandballl bei den Olympischen Spielen in Berlin 1936 ausgetragen. Der Handballsport in seiner jetzigen Form wurde erst bei den Spielen in München 1972 ins Programm genommen. Vier Jahre später, in Montreal 1976, spielten auch die Frauen olympisch mit.

    Olympische Erfolge

    Das einzige olympische Feldhandball-Turnier gewann in Berlin die deutsche Mannschaft vor Österreich und der Schweiz.

    Ab 1972, als die heutige Form ins Programm aufgenommen wurde, dominierten die osteuropäischen Mannschaften: Bei den Männern vor allem die UdSSR (einschließlich des Vereinigten Teams GUS/EUN von 1992), aber auch Jugoslawien und die DDR (Sieg in Moskau 1980) erwiesen sich als erfolgreiche Handballnationen.

    Nach dem Zerfalls Jugoslawiens gewann Kroatien in Atlanta 1996 und in Athen 2004. In Peking 2008 konnte mit Frankreich erstmals eine westeuropäische Mannschaft das Turnier gewinnen. Das Erstarken der Westeuropäer belegen auch die drei Silbermedaillen der schwedischen Mannschaft von 1992 bis 2000 und drei Mal Bronze der Spanier (1996, 2000 und 2008).

    Bei den Frauen ergibt sich ab Montreal 1976 ein ähnliches Bild: Die UdSSR und Jugoslawien stehen in der Bilanz ganz oben. Seit Mitte der 1990er Jahre dominieren jedoch die Däninnen: Mit einem Sieg im Finale gegen Korea sicherten sich die Skandinavierinnen in Athen 2004 zum dritten Mal in Folge den Olympiasieg. In Peking 2008 blieb Gold in Nordeuropa, ging diesmal allerdings an Norwegen.

    Gold für Deutschland gewann in Moskau 1980 die Auswahl der DDR (Männer). Die bundesdeutschen Handballer holten bislang zwei Silbermedaillen, die erste in Los Angeles 1984, wo sie im Finale gegen Jugoslawien unterlagen, die zweite in Athen 2004. Bei diesem Turnier mussten sich die Deutschen im Endspiel Kroatien geschlagen geben.