Hochsprung

    Aus Olympia-Lexikon.de

    Einleitung

    Hochsprung ist eine Sprungdisziplin in der Leichtathletik für Männer und Frauen, bei der durch Sprung über eine Latte eine möglichst große Höhe überwunden werden muss. Die Distanz zwischen den beiden Sprungständern beträgt ca. 4 m.

    Regeln in Kürze

    Nach einer geforderten Qualifikationshöhe erreichen (mindestens) zwölf Teilnehmer den eigentlichen Kampf um die Medaillen, wobei man die Anfangshöhe selbst bestimmen kann. Abgesprungen werden muss mit einem Fuß. Jedem Sportler stehen bei jeder Höhe maximal drei Versuche zu, reißt er die Sprunglatte zum dritten Mal, scheidet er aus. Der Springer kann freiwillig eine Höhe auslassen und erst bei der nächsten wieder in den Wettbewerb einsteigen. Gewertet wird die größte überquerte Höhe.

    Der Hochsprungstil hat in diesem Jahrhundert eine bemerkenswerte Entwicklung durchgemacht. Über den Kehrschersprung kam es zu einer Rollsprungtechnik, mit der der Amerikaner Horine schon 1912 über 2 m sprang. Der nächste Stil hieß Bauchwälzer und verhalf zu Höhen bis 2,15 m. Ihn löste der Tauchwälzer oder "Straddle-Stil" ab, den der Sowjetrusse Valeri Brumel so verfeinerte, dass er 1963 gewaltige 2,28 m bewältigte.

    Die entscheidende Stilentwicklung, die sich bis heute hält, gelang aber dem Amerikaner Richard "Dick" Fosbury, der den so genannten Flop entwickelte (der Springer dreht sich beim Absprung so, dass er die Latte mit dem Rücken bzw. zuerst mit Kopf und Schultern überquert).

    Olympische Geschichte

    Der Hochsprung zählt von Beginn an zu den olympischen Disziplinen, für Männer bereits seit Athen 1896 und für Frauen seit Amsterdam 1928.

    Olympische Erfolge

    Die USA war die erfolgreichste Hochspringer-Nation, bis 1968 gewannen amerikanische Athleten zwölf Goldmedaillen.

    In Deutschland hat diese Leichtathletikdisziplin eine lange Tradition, wobei auch viele Erfolge zu verzeichnen sind. Ulrike Meyfarth gewann in München 1972 sensationell mit dem Weltrekord von 1,92 m die Goldmedaille. Mit ihren 16 Jahren war sie die jüngste Olympiasiegerin in der Leichtathletik überhaupt. Vielleicht noch sensationeller war, dass Ulrike Meyfarth zwölf Jahre später in Los Angeles 1984 ihren Olympiasieg wiederholte und diesmal mit 2,02 m Olympiarekord sprang. Mit der gleichen Höhe holte sich Heike Henkel die Goldmedaille in Barcelona 1992. In Montreal 1976 hatte Rosemarie Ackermann (DDR) mit 1,93 m gewonnen.

    Bei den Männern errang Stefan Junge (DDR) in München Silber. Gerd Wessig (DDR) gewann im alten Stil und mit Weltrekord von 2,36 m Gold bei den "Boykottspielen" in Moskau 1980 und der Bundesdeutsche Dietmar Mögenburg holte sich den Olympiasieg in Los Angeles 1984 mit 2,35 m.

    Olympisches Highlight

    Fosburys Olympiasieg 1968 (mit 2,24 m) machte seine Art zu springen in aller Welt bekannt und setzte sich schnell überall durch.

    Weblinks

    Fosbury, Richard-Douglas "Dick"