Hockey

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    Hockey

    Hockey ist eine Ballsportart, bei der zwei Mannschaften zu je elf Spielern mit gekrümmten Schlägern einen Ball in das Tor des Gegners zu schlagen versuchen. Es wird sowohl auf Rasen wie auch in der Halle gespielt.

    Regeln in Kürze

    Das Sportgerät

    Der Hockeyschläger ist der Körpergröße des Spielers angepasst und maximal 795 g (für Frauen 652 g) schwer. Er hat eine runde und eine glatte Seite und nur mit der glatten Seite darf der Leder- oder Plastikball (Kugel) geschlenzt, geschlagen oder geschoben werden. Diese Hockeykugel wiegt zwischen 156 und 163 g und hat einen Umfang von 22,4 bis 23,5 cm.

    Das Spielfeld

    Das Feld, gespielt wird heute auf Kunstrasen, ist 91,50 m lang und 50 m bis 55 m breit. Das Tor misst 3,66 m in der Breite und 2,14 m in der Höhe.

    Wichtigste Regeln

    Eine Mannschaft besteht aus elf Spielern und fünf Auswechselspielern. Das Spiel dauert zweimal 35 Minuten bei Frauen und Männern.

    Es ist verboten, den Schläger über Schulterhöhe zu halten und nach dem Stock des Gegners zu schlagen, zu haken oder zu stoßen.

    Nur innerhalb des 14,63 m vom Tor entfernten Schusskreises darf ein Treffer erzielt werden.

    Bei einer kurzen Ecke, nach einem Foul oder einem anderen Regelverstoß wird der Ball von einem Punkt, 9,14 cm vom Torpfosten entfernt, ins Feld geschlagen und muss dort von einem Mitspieler gestoppt werden, ehe ihn der Schütze gültig ins Tor befördern kann. Für bestimmte Vergehen gibt es den Siebenmeter, ähnlich dem Elfmeter im Fußball.

    Geschichte der Sportart

    Dem Hockey ähnliche Spiele sind schon vor der Zeitenwende aus China, Ägypten, Pakistan und Persien überliefert. Das eigentliche Hockeyspiel entstand um 1870 in England, als dort die ersten Regeln festgelegt wurden.

    Frauen gründeten schon kurz vor der Jahrhundertwende "Ladies-Clubs". Englische Schüler brachten das Spiel nach Deutschland, wo um 1900 Klubs in Hamburg, Bremen, Hannover, Berlin und Bonn entstanden. Das erste deutsche Länderspiel (gegen England 0:4) fand 1910 in Frankfurt am Main statt.

    Olympische Geschichte

    Olympisch wurde Hockey erstmals in London 1908, und Deutschland trug das erste olympische Hockeyspiel (gegen Schottland 0:4) aus. Nur sechs Teams hatten gemeldet, vier von den Britischen Inseln, Deutschland und Frankreich. In Stockholm 1912 waren nur vier Mannschaften dabei (Deutschland fehlte) und für Paris 1924 wurde Hockey vorerst aus dem Programm genommen. Ab Amsterdam 1928 blieben dann die Hockeyspieler immer mit von der olympischen Partie. Das Frauenhockey wurde erstmals in Moskau 1980 als olympischer Wettkampf ausgetragen.

    Olympische Erfolge

    In Amsterdam begann eine schier unglaubliche Erfolgsserie der Inder. Bis 1956 gewannen sie in Folge sechs Goldmedaillen, blieben in 63 Spielen hintereinander ungeschlagen. In Rom 1960 unterlagen sie im Finale erstmals den Pakistani, holten sich wieder Gold in Tokio 1964 und in Moskau 1980. In München 1972 gewann die deutsche Mannschaft als erstes Team, das in die Phalanx der Inder und Pakistani einbrechen konnte, die Goldmedaille. Seit Seoul 1988 ist es mit der indischen Herrlichkeit endgültig vorbei. Danach gewannen mit einer Ausnahme (Australien in Athen 2004) nur noch europäische Mannschaften, darunter zwei Mal Deutschland (Barcelona 1992 und Peking 2008).

    Einen überraschenden Erfolg feierten die deutschen Hockey-Damen in Athen 2004: Sie besiegten im Finale die favorisierten Niederländerinnen und holten damit erstmals Gold.