Innsbruck 1976

    Aus Olympia-Lexikon.de

    Zwölfte Olympische Winterspiele

    Vom 4. bis 15. Februar. 228 Frauen und 900 Männer aus 37 Ländern, weniger als zuletzt in Sapporo und etwa gleich viel wie in Grenoble 1968, nahmen an 37 Wettbewerben in acht Sportarten teil.

    Programm

    Das Programm war um den Eistanz im Eiskunstlaufen und die 1000 m-Distanz im Eisschnelllauf der Männer erweitert worden.

    Austragungsort

    Im Mai 1970 waren diese Spiele der Stadt Denver im US-Bundesstaat Colorado nach hartem Kampf mit Sion (Schweiz) zugesprochen worden. Die Bürger von Denver wollten sie aber wegen der hohen Kosten und wegen der zu befürchtenden Umweltzerstörung nicht. Im November 1972 lehnten sie die Austragung in einer Volksbefragung eindeutig ab.

    Als Ersatz-Orte boten sich Innsbruck, Lake Placid, Tampere und das Mont-Blanc-Gebiet an, das IOC entschied sich sehr rasch im Februar 1973 für die Tiroler Landeshauptstadt, die erst zwölf Jahre zuvor erfolgreiche Winterspiele ausgerichtet hatte. Da die meisten Sportstätten von 1964 noch intakt waren, genügten den Organisatoren rund 40 Millionen Dollar, um den Olympiaort wieder fit zu machen.

    Medaillenbilanz

    Die beiden stärksten Mannschaften, UdSSR (13/6/8) und DDR (7/5/ 7), dominierten die olympischen Wettbewerbe.

    Vergleiche Medaillenspiegel Innsbruck 1976.

    Erfolge

    Die DDR-Athleten blieben nur im Alpinen Skisport und im Eishockey ohne Medaillen, holten sämtliche Olympiasiege im Rennrodeln und Bobfahren, den Doppelsieg im Spezialspringen von der Normalschanze und zwei Medaillen in der Nordischen Kombination, wobei Ulrich Wehling seinen Erfolg von 1972 wiederholte.

    Glanzvolle Siege für das Gastgeberland Österreich errangen Franz Klammer in der Abfahrt und der "goldene" Skispringer Karl Schnabl.

    Tatjana Awerina gewann in allen vier Eisschnelllaufrennen Medaillen, ihrer Landsfrau Raisa Smetanina und der Finnin Helen Takalo glückte das gleiche Kunststück im Langlauf.

    Nicht zu vergessen Rosi Mittermaier, die um ein Haar alle drei Alpinen Goldmedaillen gewonnen hätte.

    Die Paarläuferin Irina Rodnina siegte zum zweiten Mal nach 1972, diesmal mit neuem Partner, und die Eiskunstläufer Toller Cranston (Kanada) und John Curry (Großbritannien) kreierten einen neuen, weichen Ballett-Stil.

    Kurioses

    Sheila Young gewann den 500-m-Eissprint und wurde im selben Jahr zum zweiten Mal Weltmeisterin auf dem Rennrad.

    Sensationell errang die bundesdeutsche Eishockey-Mannschaft Bronze. Der dritte Platz errechnete sich nach dem Divisionsverfahren des Torverhältnisses mit 41 Tausendstel vor den punktgleichen Finnen. Mangels Regelkenntnis erfuhren die deutschen Spieler erst in der Kabine von ihrem Glück. Sie glaubten bei gleicher Tordifferenz (7:6 zu 9:8) Bronze an Finnland verloren zu haben, das den direkten Vergleich 5:3 gewonnen hatte.

    Fazit

    Als Ersatz-Ort bot Innsbruck wiederum exzellent organisierte Spiele, bei denen großen Sportlern die Schlagzeilen gehörten: Für die Innsbrucker Zuschauer und Medien waren natürlich Abfahrtssieger Franz Klammer, der damit gleich zum Auftakt zum Volkshelden wurde, und der "goldene" Skispringer Karl Schnabl die Stars.

    Liebling der Deutschen war "Gold-Rosi" (Rosi Mittermaier). Sie war die sportliche Heldin der Medien und Fans, löste einen unglaublichen Rummel aus, als sie Abfahrt (8. Februar) und Slalom (11. Februar) gewann und im Riesenslalom (am 13. Februar) nur um 13 Hundertstelsekunden von der Kanadierin Kathy Kreiner bezwungen wurde.