Johann Mühlegg

    Aus Olympia-Lexikon.de

    deutscher Skilangläufer (für Spanien startend)

    geboren: 8. November 1970 in Marktoberdorf


    Dank eines furiosen Auftakts mit dreimal Gold bei den Spielen in Salt Lake City 2002 war der für Spanien startende Allgäuer bereits der ungekrönte König der Langlaufloipe. Doch nach dem Aufstieg zum Star der Spiele erfolgte der tiefe Fall. Bei einem Doping-Test konnte Mühlegg die Einnahme des Blutdopingpräparates Darbepoetin nachgewiesen werden. Seine dritte Goldmedaille über 50 km wurde ihm aberkannt, Mühlegg selbst von den Spielen ausgeschlossen und eine Zweijahressperre über ihn verhängt. Laut Beschluss des Internationalen Sportgerichtshofs (CAS) im Dezember 2003 wurden ihm schließlich auch die beiden anderen Goldmedaillen über 10 km (Jagdrennen) und 30 km aberkannt.

    Der Werdegang des Einzelkämpfers ist fassettenreich. Mühlegg fühlte sich im DFB-Team verfolgt und konsultierte eine Wunderheilerin. Die "Geisteraffäre" sorgte für zahlreiche Schlagzeilen. Nach Auseinandersetzungen mit dem deutschen Skiverband erfolgte 1999 die Trennung, Mühlegg erhielt die spanische Staatsbürgerschaft. Für Spanien startend stellten sich große Erfolge ein, so konnte er 1999/2000 den Gesamtweltcup gewinnen und bei der Weltmeisterschaft in Lahti 2001 über 50 km den Weltmeistertitel feiern. Nach Aberkennung der beiden verbliebenen olympischen Goldmedaillen Ende 2003 beschloss er trotz des baldigen Ablaufs der Dopingsperre, nicht mehr in die Loipe zurückzukehren.