Judo

    Aus Olympia-Lexikon.de

    Judo ist ein Selbstverteidigungs-Sport aus Japan. Ziel ist es, den Wettkampf durch bewertete Griff- und Wurftechniken zu gewinnen.

    Regeln in Kürze

    Judo

    Ziel des Wettkampfes ist es, den Gegner innerhalb der Kampfzone (9 x 9 m) auf den Rücken zu werfen. Je nachdem wie erfolgreich ein Wurf war, bekommt der Judokämpfer eine Wertung: Ippon (höchste Punktzahl, der Kampf ist sofort gewonnen), Wazari (ein halbes Ippon, bei zwei Wazari ist der Kampf auch gewonnen), Yuko und Koka (mit diesen kleinen Wertungen - Yuko ist höher als Koka - kann man nicht vorzeitig gewinnen). Erzielt keiner der Kämpfer vor Ablauf der Kampfzeit ein Ippon, gewinnt der Kämpfer, der die höchste Wertung gesammelt hat, ohne Rücksicht darauf, wieviele Wertungen insgesamt vorhanden sind.

    Beendet ist der Kampf auch durch Aufgabe, durch einen Festhaltegriff (25 Sekunden) oder wenn der Erfolg einer Würgetechnik oder eines Armhebels für den Kampfrichter klar ersichtlich ist. Die Wertung wird offen angezeigt. Die Kampfdauer beträgt maximal fünf Minuten, die "Kampfsprache" ist Japanisch.

    Gewichtsklassen

    Bei Olympia werden Wettkämpfe in folgenden Gewichtsklassen ausgetragen:

    Männer: Superleicht (60 kg), Halbleicht (66 kg), Leicht (73 kg), Halbmittel (81 kg), Mittel (90 kg), Halbschwer (100 kg), Schwer (+100 kg)

    Frauen: Superleicht (48 kg), Halbleicht (52 kg), Leicht (57 kg), Halbmittel (63 kg), Mittel (70 kg), Halbschwer (78 kg), Schwer (+78 kg).

    Qualifikation

    Maximal 400 Sportler (Frauen und Männer zusammengerechnet) dürfen an den Start gehen, in den 14 Gewichtsklassen (Frauen und Männer) je ein/e Teilnehmer/in pro NOK/Land. Sie qualifizierten sich über die Weltmeisterschaften und über Ranglisten, die mit Hilfe bedeutender vor-olympischer Turniere und Kontinental-Meisterschaften ermittelt werden.

    Bemerkenswertes

    Zwei israelische Medaillengewinner in Barcelona, die ersten ihres Landes, widmeten ihre Auszeichnungen ihren elf in München 1972 ermordeten Landsleuten.

    Die Türkin Hulya Senyurt gewann in Barcelona 1992 Bronze in der 48-kg-Klasse - das war die erste Medaille, die je eine türkische Frau bei Olympischen Spielen erzielte.

    Geschichte der Sportart

    Der moderne Kampfsport wurde von dem Japaner Dr. Jigaro Kano, langjähriges IOC-Mitglied, Ende des 19. Jahrhunderts aus dem Jiu-Jitsu entwickelt und erfreute sich bald auch in Europa großer Beliebtheit.

    Olympische Geschichte

    Erstmals in Tokio 1964 olympische Sportart (nur für Männer), bei der Premiere mit den Gewichtsklassen 65 kg, 78 kg, 95 kg (Schwergewicht) und der Offenen Klasse.

    In Mexico City 1968 fehlte Judo und war dann ab München 1972 wieder dabei. In München wurden die Leichtgewichtsklasse (71 kg) und das Halbschwergewicht (95 kg) eingeführt, in Moskau 1980 die 60 kg-Klasse und das Mittelgewicht (86 kg). Die Offene Klasse fiel nach Los Angeles 1984 aus dem Programm, so dass es heute noch sieben Gewichtsklassen gibt. Die Frauen kämpfen seit Barcelona 1992 in ebenfalls sieben Gewichtsklassen um Medaillen.

    Olympische Erfolge

    Bei der Premiere in Tokio gelang dem Holländer Anton Geesink die Überraschung, als er Gold in der Offenen Klasse gewann. Sein Landsmann Willem Ruska holte sich in München 1972 Gold sowohl im Schwergewicht wie in der Offenen Klasse.

    Der Österreicher Peter Seisenbacher wurde Olympiasieger im Mittelgewicht 1984, womit ihm der erste Sieg eines Österreichers in einem bedeutenden Judo-Turnier gelang, und wiederholte den Erfolg 1988. Deutsche Judoka erzielten Erfolge durch Frank Wienicke, der 1984 siegte und 1988 Zweiter wurde, jeweils im Halbmittelgewicht. Lutz Dietmar (DDR) gewann bei den "Boykottspielen" von Moskau 1980 Gold in der Offenen Klasse. 1996 holte der Deutsche Udo Quellmalz in Atlanta olympisches Gold bis 73 kg. Acht Jahre später in Athen gewann erstmals eine deutsche Frau Gold im Judo: Yvonne Bönisch siegte in der Klasse bis 57 kg (Leichtgewicht). In Peking 2008 siegte der Deutsche Ole Bischof in der Gewichtsklasse bis 81 kg (Halbmittelgewicht).

    Die erfolgreichsten Judoka stellt die Gründernation Japan, auf Platz zwei folgt Südkorea vor Russland/ Sowjetunion.