Kugelstoßen

Aus Olympia-Lexikon.de

Zehnkämpfer beim Kugelstoßen.

Kugelstoßen ist eine Wurfdisziplin in der Leichtathletik für Männer und Frauen, bei der eine Metallkugel aus einem Stoßkreis möglichst weit gestoßen (nicht geworfen) werden muss.

Regeln in Kürze

Die Männerkugel (7,257 kg) bzw. die Frauenkugel (4 kg) werden aus einem Wurfkreis von 2,135 m Innendurchmesser gestoßen, der nicht vor dem Aufprall der Kugel verlassen, dessen Innenseite aber berührt werden darf.

Es gibt zwei Techniken beim Kugelstoßen: Bei der O'Brian-Technik steht der Sportler mit dem Rücken zur Stoßrichtung. Die Kugel wird mit der Stoßhand gegen Schulter und Kinn gedrückt. Mit dem dazu diametralen Bein werden kleine Ausfallschritte nach hinten ausgeführt. Ist der Sportler am Ende des Stoßkreises angelangt, dreht er sich nach vorne und stößt die Kugel in einer explosiven Bewegung von sich weg. Bei der Drehstoßtechnik dreht sich der Sportler um die eigene Achse.

Olympische Geschichte

Das Kugelstoßen gehört zu den Wettkämpfen, die für Männer bereits in Athen 1896 ausgetragen wurden, für Frauen wurde die Disziplin in London 1948 in das Programm aufgenommen.

Olympische Erfolge

Mit einer höchst seltsam anmutenden Technik wurde der Grieche Miltiades Gouscos 1896 in Athen Zweiter im Kugelstoßen.

Zur Premiere der Frauen 1948 siegte die Französin Micheline Ostermayer und gewann zudem noch das Diskuswerfen und Bronze im Hochsprung.

Bei den Männern wird der Wettbewerb von Athleten aus den USA dominiert. Hans Woellke gewann in Berlin 1936 Gold für Deutschland. DDR-Athleten gelangten zwei Mal zu olympischen Ehren: Udo Beyer gewann Gold in Montreal 1976 und Ulf Timmermann in Seoul 1988.

Bei den Frauen war die erste deutsche Medaillengewinnerin Marianne Werner mit Bronze in Melbourne 1956. Claudia Losch aus Fürth wurde in Los Angeles 1984 Olympiasiegerin, als die Sowjetrussinnen und die Athletinnen aus der DDR, die seit 1960 diesen Wettbewerb dominierten, wegen des olympischen Boykotts fehlten. In Atlanta 1996 stand dann wieder eine deutsche Athletin ganz oben auf dem Treppchen, Astrid Kumbernuss aus Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern). Sie holte in Sydney 2000 Bronze, vier Jahre später in Athen gewann Nadine Kleinert die Silbermedaille.


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