Lake Placid 1980

    Aus Olympia-Lexikon.de

    Dreizehnte Olympische Winterspiele

    Vom 13. bis 24. Februar. 234 Frauen und 833 Männer aus 37 Ländern nahmen an 38 Wettbewerben teil.

    Programm

    Neu im Programm war im nordischen Skisport der 10 km-Langlauf der Männer.

    Austragungsort

    Zum zweiten Mal fanden die Winterspiele an jenem Ort statt, den man für 1932 förmlich aus dem Boden gestampft hatte. Es musste aber von Grund auf renoviert oder neu gebaut werden, sodass die Kosten diesmal etwa 80-mal so hoch waren wie vor 48 Jahren, als man eine Million Dollar in Olympia investiert hatte.

    Lake Placid hatte für 1980 in Zeiten steigender Inflation "einfache" Spiele versprochen. Aber die komplexe Fernsehtechnik und Abertausende von Zuschauern überforderten den kleinen Ort im Bundesstaat New York. Es gab Schwierigkeiten mit Transport und Kommunikation, Journalisten beschwerten sich über den einstündigen Fußmarsch zum Pressezentrum.

    Medaillenbilanz

    In der Medaillensammlung überflügelte die DDR (9/7/7) erstmals die UdSSR (10/6/6), verfehlte Medaillen nur im Alpinen Skisport und im Eishockey.

    Vergleiche Medaillenspiegel Lake Placid 1980.

    Stars

    Star der Spiele war der Eisschnellläufer Eric Heiden, der den "Eid" gesprochen hatte. Er gab im Eisoval eine Ein-Mann-Galavorstellung und triumphierte in allen fünf Wettbewerben. Das hatte es noch nie gegeben, und noch nie hatte ein Sportler oder eine Sportlerin fünf Goldmedaillen bei bei denselben Olympischen Spielen errungen. Eric Heiden startete olympisch nur in einem Jahr, eben in Lake Placid.

    Erfolge

    Zu den erfolgreichen DDR-Sportlern zählte Ulrich Wehling, der in der Nordischen Kombination sein drittes Gold in Folge gewann. Übrigens gab es im nordischen Skisport zum ersten Mal in der Geschichte keinen Olympiasieg für Norwegen.

    Gastgeber USA feierte neben seinem Star Eric Heiden enthusiastisch ein weiteres Ereignis: Das Eishockeyteam wiederholte seinen Sieg von 1960 in Squaw Valley, schlug die UdSSR 4:3, und die Medien und Fans überschlugen sich förmlich. Die Sowjets hatten seit 1964 alle olympischen Eishockeyturniere gewonnen.

    Ingemar Stenmark gewann zweimal Gold und Annemarie Pröll holte sich die ersehnte Goldmedaille in der Abfahrt. Drei Medaillen gab es für Hanni Wenzel.

    Der Langläufer Nikolai Simjatow gewann dreimal Gold; die insgesamt achte Medaille (bei vier Olympischen Spielen) holte sich die sowjetische Langläuferin Galina Kulakowa und Irina Rodnina errang das dritte Gold hintereinander im Paarlauf.

    Für das bundesdeutsche Team gewannen die Skiläuferinnen Christa Kinshofer (Slalom) und Irene Epple (Riesenslalom) Silber und die Biathlonstaffel Bronze.

    Fazit

    Über diesen Spielen schwebte schon der drohende Boykott der folgenden Sommerspiele in Moskau. Unglücklicherweise hatte US-Außenminister Cyrus Vance im Auftrag von Präsident Carter den amerikanischen Boykott für Moskau dem IOC in Lake Placid wenige Tage vor der Eröffnung mitgeteilt.

    Trotz der Probleme, mit denen der kleine Austragungsort zu kämpfen hatte (siehe "Der Austragungsort"), wurde in Lake Placid eine positive Entwicklung fortgesetzt: der generelle Trend der Winterspiele hin zu mehr Sportlichkeit und Einfachheit. Vom "Ende" von Winter-Olympia sprach niemand mehr.