Langlauf

    Aus Olympia-Lexikon.de

    Langlauf ist ein Teilbereich von Ski Nordisch.

    Regeln in Kürze

    Klassischer Stil und freier Stil

    Der freie Stil

    Die Langlaufwettbewerbe werden nicht nur über verschiedene Distanzen, sondern auch in verschiedenen Stilarten ausgetragen: Die Begriffe "klassischer und freier Stil" erklären sich aus dem Stilwandel seit den 1980er Jahren, als das Skaten oder eben der freie Stil erfunden wurde und sich immer mehr durchsetzte. Beim freien Stil sind im Gegensatz zum klassischen Stil (das Fahren in der vorgegebenen Spur) variierende Schritte wie das Skaten erlaubt. Beim Skaten bewegt sich der Langläufer in ähnlicher Weise wie ein Schlittschuhläufer.

    Die jeweilige Stilart, die der Sportler einhalten muss, wird vorher jeweils für bestimmte Rennen festgelegt (siehe "Disziplinen"). In den Staffeln laufen die ersten beiden Läufer klassisch, die letzten beiden im freien Stil.

    Jagdstart (auch: Jagdrennen)

    Eine Besonderheit bildet der so genannte Jagdstart, bei dem in der Reihenfolge und mit dem Zeitabstand eines vorangegangenen Laufs im klassischen Stil gestartet wird. Es folgt ein Rennen im freien Stil. Dieser Wettbewerb, "Jagdrennen" genannt, wird an zwei Tagen ausgetragen. Der Modus wird als Gundersen-Methode bezeichnet.

    Team-Sprint

    Der Team-Sprint ist seit 2006 olympische Disziplin.

    Ein Team besteht aus zwei Läufern, die abwechselnd insgesamt sechs Runden sprinten.


    Wettkampfdisziplinen

    Frauen: 1,5 km Sprint (freier Stil), Jagdrennen (5 km klassisch + 5 km freier Stil), 10 km (klassisch), 15 km (freier Stil), 30 km (klassisch) und 4 x 5-km-Staffel, Team-Sprint;

    Männer: 1,5 km Sprint, Jagdrennen (10 km klassisch + 10 km freier Stil), 15 km (klassisch), 30 km (freier Stil), 50 km (klassisch) und 4 x 10-km-Staffel, Team-Sprint

    Geschichte der Sportart

    Zeugnisse über den nordischen Schisport gibt es bereits seit der Mitte des 16. Jahrhunderts (aus Uppsala) und bereits um 1550 fanden die ersten Langlaufwettbewerbe in Telemarken (Norwegen) statt.

    Olympische Geschichte

    Brenden Hallgeir, mehrfacher Olympiasieger im Skilanglauf 1952 und 1956.

    Mit Langläufen über 18 km und 50 km war diese Disziplin schon bei den ersten offiziellen Winterspielen in Chamonix 1924 olympisch. Aus dem 18 km-Lauf der Männer wurde erst der 15 km-Lauf (1956) und 1992 der 10 km-Lauf in besonderer Form. 30 km werden ebenfalls seit Cortina gelaufen und die 4 x 10-km-Staffel seit Garmisch-Partenkirchen 1936.

    Die Frauen sind seit Oslo 1952 (nur 10 km) dabei, laufen 5 km seit Innsbruck 1964, 20 bzw. 30 km seit 1984/1992 und die 4 x 5-km-Staffel seit 1956.

    In Albertville 1992 wurden für beide Geschlechter kombinierte Rennen ausgetragen, die man ab Lillehammer 1994 nochmals variierte. Dem 10 km-Lauf/Frauen 5 km, die eigens mit Medaillen gewertet werden, folgte ein 10 km-Lauf (auch Frauen) mit so genanntem "Jagdstart" (siehe Regeln in Kürze).

    In Salt Lake City 2002 gab es mehrere Änderungen: Im Freistil zusätzlich einen Sprint (für Männer und Frauen); bei den  Kilometer klassisch der Männer und den 15 Kilometer klassisch der Frauen wurde der Intervallstart eingeführt; das Jagdrennen der Männer wurde auf 10 Kilometer, dasjenige der Frauen auf 5 Kilometer verkürzt; schließlich wurden als neue Wettkampfdisziplinen 15 Kilometer klassisch für Männer und 10 Kilometer klassisch für Frauen eingeführt.

    Olympische Erfolge

    Wie in allen nordischen Wettbewerben dominierten auch in den Langläufen die Norweger, in den 90er Jahren vor allem Björn Daehlie und Vegard Ulvang. In Albertville 1992 holten sich die beiden Cracks je dreimal Gold und einmal Silber. In Lillehammer 1994 erlief sich Björn Dählie nochmals je zwei goldene und silberne Medaillen, die ihn zum zweiterfolgreichsten Langläufer aller Zeiten (hinter Sixten Jernberg) machten.

    Bei den Frauen trumpften die Sowjetrussinnen (ab 1994 dann Russinnen) auf. Ljubow Jegorowa wurde zur zweiterfolgreichsten Medaillensammlerin (hinter ihrer Landsfrau Raisa Smetanina, die zehn Medaillen gewann), als sie sich in Lillehammer 1994 mit der Italienerin Manuela di Centa ein Duell lieferte, in dem die Russin dreimal Gold und zweimal Silber gewann und sich die Italienerin insgesamt fünf Medaillen (2/2/1), also in jedem Wettbewerb eine, holte.