Marathonlauf

    Aus Olympia-Lexikon.de

    Ungebetene Helfer schieben in London 1908 den völlig erschöpften Marathonläufer Pietro Dorando über die Ziellinie. Die Folge: Disqualifikation.

    Marathonlauf ist ein Wettbewerb in der Leichtathletik für Männer und Frauen. Der Marathonlauf ist die längste olympische Laufdisziplin über eine Distanz von 42,195 km.

    Geschichte der Sportart

    Marathon, der kleine Ort an der Ostküste von Attika, erlangte durch die historische Schlacht im Jahre 490 v.Chr. Berühmtheit. Der Sage nach brachte der Bote Diomedon die Nachricht vom Sieg der Athener über die Perser nach Athen und brach darüber tot zusammen.

    Olympische Geschichte

    Die Männer gehen seit Athen 1896 in dieser Königsdisziplin an den Start; für die Frauen wurde der Marathonlauf erst in Los Angeles 1984 ins Programm aufgenommen.

    Die exakte Streckenlänge von 42,195 km wurde erst 1924 festgelegt; sie basiert auf der Entfernung Schloss Windsor - Wembley, die bei den Olympischen Spielen 1908 in London gelaufen wurde.

    Der erste Sieger

    Am 10. April 1896 siegte in einem Feld von 21 Griechen und vier Ausländern der ehemalige Ziegenhirt Spiridon Louis, der damals als Wasserträger in Athen arbeitete und sich als "Siegesprämie" einen Karren und ein Pferd wünschte (siehe auch Athen 1896).

    Kurioses

    In Athen 2004 riss der Ire Cornelius Horan 5 km vor dem Ziel den führenden Brasilianer Vanderlei Cordeiro de Lima von der Strecke. Dieser konnte das Rennen wieder aufnehmen, landete am Ende jedoch hinter dem Italiener Stefano Baldini und dem US-Amerikaner Mebrahton Keflezighi auf dem dritten Platz. Neben der Bronzemedaille nahm de Lima bei der Siegerehrung noch eine weitere Medaille in Empfang: Ihm wurde die Pierre-de-Coubertin-Medaille verliehen.

    Olympische Highlights

    Abebe Bikila nach seinem ersten Marathonsieg in Rom 1960.

    Der Marathonlauf sorgte schon immer für dramatische Kämpfe und für "Helden". Der Finne Kolehmainen gewann 1912 die beiden Langstrecken und acht Jahre später in Antwerpen den Marathon.

    Emil Zatopek (CSSR) holte sich in Helsinki 1952 die Siege über 5 000 m und 10 000 m, startete anschließend noch zum ersten Marathonlauf seines Lebens - und gewann auch den.

    Der Äthiopier Abebe Bikila siegte barfuß laufend in Rom 1960 in Weltrekordzeit und wiederholte seinen Sieg vier Jahre später in Tokio, diesmal in Schuhen.

    Zu den großen Marathonläufern gehört auch Waldemar Cierpinski (DDR), der Sieger von Montreal 1976 und Moskau 1980.

    Weblinks

    Lauftreff