Nagano 1998

    Aus Olympia-Lexikon.de

    18. Olympische Winterspiele

    Vom 7. bis 22. Februar.

    2 302 Athleten aus 72 Nationen nahmen teil (814 Frauen und 1 488 Männer). Es fanden 68 Wettbewerbe statt.

    Programm

    Neu hinzu kamen das Eishockeyturnier für Frauen und die Curlingturniere für Frauen und Männer. Außerdem wurde in Nagano Snowboarden als olympische Disziplin hinzugenommen. Damit hat sich die Zahl der Disziplinen seit der Premiere 1924 mehr als vervierfacht.

    Im Programm blieben die Short-Track-Rennen (Eisschnelllauf auf Kurzbahnen) und die Ski-Akrobatik (Freestyle).

    Austragungsort

    Die Industriestadt wurde erst nach sehr kritischen Diskussionen vom IOC im fünften Durchgang mit vier Stimmen Vorsprung vor Salt Lake City (USA), Östersund (Schweden), Jacca (Spanien) und dem Aosta-Gebiet (Italien) gewählt.

    Nagano hatte in der Vorbereitung mit erheblichen Problemen zu kämpfen, besonders gemessen an den Vorgaben in Sachen Umweltschutz, die in Lillehammer 1994 gemacht wurden. Besonders umstritten waren die beiden Sprungschanzen und die Langlaufstrecken, die in einem Naturschutzgebiet entstehen sollten.

    Die magere Medaillenausbeute der japanischen Mannschaft in Lillehammer dämpfte die Euphorie im Vorfeld. Sponsoren waren spärlich, und die japanische Regierung litt unter Finanznöten.

    Medaillenbilanz

    Die meisten Medaillen konnte Deutschland (12/9/8) sammeln. Platz zwei wurde von Norwegen (10/10/5), Platz 3 von Russland (9/6/3) belegt.

    Vergleiche Medaillenspiegel Nagano 1998.

    Stars

    Zu den Stars der Winterspiele in Nagano zählten der österreichische Skifahrer Hermann Maier, der norwegische Skilangläufer Björn Daehlie, die deutsche Eisschnellläuferin Gunda Niemann-Stirnemann sowie die japanischen Skispringer Kazuyoshi Funaki und Masahiko Harada.

    Erfolge

    Große Erfolge feierten die deutschen Skifahrerinnen Katja Seizinger, Martina Ertl und Hilde Gerg, indem sie bei der alpinen Kombination auf dem Mount Karamatsudake alle drei Medaillen gewannen. Das war bis dahin nur den Österreicherinnen 1964 in der Abfahrt gelungen. Außerdem konnte Katja Seizinger den Rekord von Vreni Schneider (1988/94) wiederholen, dreimal die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen zu gewinnen.

    Beim Eishockey gewannen überraschenderweise nicht die hoch favorisierten Kanadier, die gar keine Medaille bekamen, sondern die Tschechen, deren Erfolg vor allem an ihrem Tormann Dominik Hasek lag.

    Ein Großteil der russischen Medaillen wurde beim Langlauf gewonnen: Die Russinen gewannen alle fünf Rennen und somit acht Medaillen.