Nordische Kombination

    Aus Olympia-Lexikon.de

    Ulrich Wehling bei den Olympischen Spielen in Sapporo 1972.

    Die Nordische Kombination ist ein Teilbereich von Ski Nordisch. Die Disziplinen bestehen immer aus einer Kombination von Skispringen und Langlauf im freien Stil. Es gibt den Sprinterwettbewerb (1 Sprung von der 120 m-Schanze und 7,5 km Langlauf), den Einzelwettbewerb (2 Sprünge von der 90 m-Schanze und 15 km Langlauf) und den Mannschaftswettbewerb (4 x 2 Sprünge von der 90 m-Schanze und 4 x 5 km Langlauf).

    Regeln in Kürze

    Modus früher

    Früher wurden die Sprungnoten und die Langlaufzeiten in Punkte umgerechnet, und aus der Gesamtsumme die Platzierung errechnet.

    Modus heute

    Heute wird die Sprungnote in Zeit umgerechnet und zum entscheidenden Langlauf starten die Teilnehmer am nächsten Tag nach der "Gundersen-Methode", das heißt mit den Abständen, die sich aus dem Springen rechnerisch ergeben haben, und sie starten in der Reihenfolge des Sprungergebnisses. Der erste, der das Ziel erreicht, ist dann auch der Sieger.

    Mannschaft

    Hier wird ebenso verfahren wie im Einzelwettbewerb.

    Kurioses

    Thorleif Haug lebte bis zu seinem Tode (1934) in dem Glauben, er habe im Skispringen von Chamonix Bronze gewonnen. Erst 1974 stellte sich heraus, dass man sich damals verrechnet hatte. Bei einer Feier in Oslo überreichte Haugs Tochter dem nun 84-jährigen Amerikaner Anders Haugen jene Bronzemedaille, die ihm schon 1924 zugestanden hätte.

    Geschichte der Sportart

    Zur Geschichte der jeweiligen Disziplinen siehe Skispringen und Langlauf; zur Geschichte allgemein siehe Ski Nordisch.

    Olympische Geschichte

    Die Nordische Kombination steht konstant von den ersten offiziellen Winterspielen in Chamonix 1924 an im olympischen Programm. Der Mannschaftswettbewerb (mit Springen und 3 x 10-km-Staffel) wurde in Calgary 1988 eingeführt. In Nagano 1998 wurde aus der 3 x 10-km-Staffel die 4 x 5-km-Staffel, und die Umrechnung nach dem Springen in Zeitabstände wurde zugunsten des Laufens aufgewertet.

    Bis zu den Spielen in Oslo 1952 wurde zuerst gelaufen, dann gesprungen, heute ist es umgekehrt.

    Bei den Spielen in Salt Lake City 2002 wurde ein Einzel-Sprint-Wettbewerb, bestehend aus Skispringen von der 120 m-Schanze und einem 7,5 km-Langlauf, eingeführt.

    Olympische Erfolge

    Die erste Nordische Kombination gewann in Chamonix der Norweger Thorleif Haug, der auch noch in den beiden Spezial-Langläufen siegte. Die Norweger holten sich in den ersten vier Winterspielen bis 1936 sämtliche zwölf Medaillen.

    In Squaw Valley 1960 siegte der Schwarzwälder Georg Thoma, der vier Jahre später in Innsbruck noch mal Dritter wurde. Franz Keller aus Nesselwang machte es ihm in Grenoble 1968 nach, bis dann dreimal hintereinander Ulrich Wehling (DDR) gewann.

    Die Premiere des Mannschaftswettbewerbs in Calgary beherrschte das bundesdeutsche Team mit Thomas Müller, Hans-Peter Pohl und Hubert Schwarz.

    Weblinks

    Ackermann, Ronny