Olympia 2018 - Die Entscheidung ist gefallen

Aus Olympia-Lexikon.de

8. Juli 2011  |  Kommentare: 1

Nun ist die Entscheidung also gefallen, die südkoreanische Stadt Pyeongchang wird Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2018. Für München stellt diese Wahl eine herbe Enttäuschung dar, vor allem nach der teilweise sehr hart geführten Auseinandersetzung in Bayern zwischen Olympia-Befürwortern und Olympia-Gegnern, die in erster Linie ökologische Gründe gegen die deutsche Olympia-Bewerbung ins Feld führten. Erst im Mai konnte dieser Streit durch Bürgerentscheide geschlichtet werden – im Sinne der Olympia-Befürworter. Damit war das letzte Hindernis aus dem Weg geräumt, die deutsche Bewerbung nahm endlich Fahrt auf.

Den Gipfel erreichte die Bewerbung Münchens mit der mitreißenden Schlusspräsentation vorgestern, am 6. Juli, im südafrikanischen Durban, bei der sich mit Kathi Witt, Franz Beckenbauer, Christian Wulff und Christian Ude sowohl deutsche Sportprominenz als auch Spitzenpolitiker leidenschaftlich für München einsetzten. Als dann um kurz nach 17 Uhr Mitteleuropäischer Zeit die Entscheidung für Pyeongchang bekannt gegeben wurde, war die Enttäuschung nicht nur bei der deutschen Delegation in Durban groß, auch auf dem Münchner Marienplatz hatten mehrere Hundert Olympia-Begeisterte auf die Entscheidung gewartet – und erlebten - nach anfangs fantastischer Stimmung während des musikalischen Rahmenprogramms und bei herrlichem Wetter - eine kalte Dusche. Die Entscheidung fiel äußerst eindeutig aus: Von 95 Stimmen erhielt Südkorea 63, München immerhin noch 25 und das französische Städtchen Annecy lediglich 7 Stimmen.

Grund für die aufkeimenden Sticheleien, dass weniger die Infrastruktur und der Gesamteindruck der Bewerbung als vielmehr handfeste wirtschaftliche Gründe entscheidend waren, gibt es allerdings nicht. Zwar ist der südkoreanische Konzern Samsung Hauptsponsor des IOC, aber wenn man die bisherigen Austragungsorte betrachtet, wird klar, dass die Olympischen Winterspiele zu einer rein amerikanisch-europäischen Veranstaltung zu werden drohen. Von 21 Winterspielen fanden 19 in Europa und Nordamerika statt. Alleine um der globalen Idee der olympischen Spiele gerecht zu werden, ist Pyeongchang daher die richtige Wahl.

Zudem steht München nichts im Wege, sich für die nächsten Spiele im Jahr 2022 zu bewerben. Südkorea arbeitet immerhin schon seit zehn Jahren auf diesen Erfolg hin, und mit der Austragung der Fußball-Weltmeisterschaft im Jahre 2002 hat das Land eindrucksvoll bewiesen, dass man es auch hier versteht, ein sportliches Großereignis grandios in Szene zu setzen.

Kommentare

Giggles
01.08.2011 - 19:50
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