Olympische Winterspiele

    Aus Olympia-Lexikon.de

    Die ersten offiziellen Olympischen Winterspiele fanden, nachträglich dazu erklärt, in Chamonix 1924 statt. Olympische Wettbewerbe wurden vorher schon in London 1908 und Antwerpen 1920 ausgetragen.

    Geschichte der Winterspiele

    Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Calgary 1988

    Die Geschichte der Olympischen Winterspiele ist zwar im Vergleich zu den Sommerspielen erheblich jünger (siehe Olympische Sommerspiele), aber der Wintersport spielte in den olympischen Überlegungen schon um die Jahrhundertwende eine Rolle.

    Die seit 1901 in unregelmäßigen Abständen in Stockholm abgehaltenen "Nordischen Skispiele" nannte IOC-Präsident Coubertin "Olympiade skandinave". Beim Kongress in Paris am 23. Juni 1894, bei dem die Geburtsstunde der modernen Olympischen Spiele schlug (Athen 1896), war in der Liste der wünschenswerten Sportarten das Schlittschuhlaufen enthalten.

    Der gesamte Wintersport erhielt aber erst nach dem Ersten Weltkrieg größeren Auftrieb, was die verspätete "olympische Geburt" begründet. Eiskunstlauf stand schon im Programm von Paris 1900, wurde dann aber gestrichen. Sein olympisches Debüt feierte er 1908 in London, wo es einen Eispalast gab, mit sieben Frauen und 14 Männern aus sechs Ländern in vier Konkurrenzen. Es wurden Medaillen verteilt, die Wettkämpfe offiziell anerkannt.

    Vorstöße und Rückschläge

    Vorstöße, in Stockholm 1912 ein Wintersportprogramm aufzustellen, scheiterten an den Skandinaviern, die keine Konkurrenz für ihre Nordischen Spiele haben wollten. Der Durchbruch erfolgte beim IOC-Kongress 1914 in Paris. Nachdem mehrere Ländervertreter sich dafür eingesetzt hatten, wurden Eiskunstlauf, Nordischer Skisport und Eishockey als fakultative Sportarten offiziell ins Olympiaprogramm aufgenommen. Dann legte der Weltkrieg sein Leichentuch über alle Bemühungen. An ihm scheiterten auch die deutschen Pläne, neben den für 1916 in Berlin vorgesehenen Sommerspielen auf dem Feldberg im Schwarzwald ein "Ski-Olympia" abzuhalten. Gemäß den Beschlüssen von 1914 wurden dann in Antwerpen 1920 olympische Eiskunstlaufwettbewerbe und ein Eishockeyturnier abgewickelt. Sie gaben den Befürwortern Olympischer Winterspiele gewaltigen Auftrieb.

    Geburtsstunde

    1921 empfahl die IOC-Tagung in Lausanne dem IOC-Präsidium, olympische Wintersportwettbewerbe in allen Ländern durchzuführen, wo Sommerspiele stattfinden und wo Wintersport möglich ist. Das zielte auf Frankreich und auf die "Internationale Wintersportwoche" in Chamonix 1924. Die Skandinavier wehrten sich entschieden, verlangten, dass Chamonix kein Teil der Olympischen Spiele von Paris sein dürfe und dass die Ehrungen unterschiedlich sein müssten. Die Franzosen zogen dann die Wintersportwoche "olympisch" auf, und sie wurde nachträglich 1926 vom IOC offiziell als Olympische Winterspiele anerkannt.

    In Chamonix fanden also die ersten Olympischen Winterspiele statt. Sie wurden bis 1992 im selben Jahr wie die Sommerspiele durchgeführt, aber im Gegensatz zu diesen nicht nach Olympiaden bezeichnet, sondern durchnummeriert, ohne die ausgefallenen Spiele zu berücksichtigen.

    Neuerung: Der olympische Rhythmus

    Nicht zuletzt kommerzielle Gründe, und wohl auch die Forderungen des Fernsehens, bewogen das IOC, von der Praxis der Winter- und Sommerspiele im selben Jahr abzukommen. Seit 1994 finden sie nun im Zwei-Jahre-Rhythmus statt, behalten aber ihren eigenen Vier-Jahre-Rhythmus bei. Nach 1992 hielt man die nächsten Winterspiele bereits 1994 ab, die nächsten folgten dann wieder 1998.

    Ablauf der Spiele

    Regeln und äußerer Ablauf der Winterspiele entsprechen den Sommerspielen (siehe Olympische Sommerspiele: "Olympische Charta"). Eine Wintersportart muss vom IOC als olympisch anerkannt werden und dazu vor allem die Voraussetzung erfüllen, in mindestens 25 Ländern auf drei Kontinenten in breitem Umfang betrieben zu werden. Geehrt werden die Sportler ebenso wie bei den Olympischen Sommerspielen mit Gold-, Silber- und Bronzemedaillen.