Olympisches Dorf in Vancouver

    Aus Olympia-Lexikon.de

    Olympisches Dorf False Creek

    Im März 2006 wurde der Grundstein für das Olympische und Paralympische Dorf in Vancouver gelegt. Am False Creek, einem Meeresarm im Zentrum von Vancouver, entsteht das ehrgeizige Millionenprojekt, das vor allem auf ökologische Nachhaltigkeit zielt. Die explodierenden Kosten sorgten aber für gewaltige Finanzierungsprobleme, so dass im Februar 2009 gar mit einem Baustopp gerechnet wurde. Die Stadt musste die Provinzverwaltung von British Columbia um einen Kredit über 458 Millionen kanadische Dollar bitten, um das Athletendorf doch noch fertig stellen zu können. Bis November 2009 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.



    Southeast False Creek

    Das frühere Industriegebiet, das zum innerstädtischen Hafen Vancouvers gehört, lag lange Zeit brach. Bereits in den 1970er Jahren hatte die Stadt mit Maßnahmen zur Umgestaltung des Distrikts False Creek begonnen. Mit der Fertigstellung des Olympischen Dorfes in Southeast False Creek wurde dieses Neugestaltungsprogramm schließlich abgeschlossen.

    Nachdem die olympischen und paralympischen Athleten im Frühjahr 2010 ausgezogen sind, wurden die 16 Gebäude umfassende Anlage zu einem Wohnviertel für circa 3000 Vancouverianer umgestaltet.


    Nachhaltigkeit

    Der Bau des Olympischen Dorfs soll aber nicht nur zur Verschönerung des Viertels Southeast False Creek beitragen, sondern vor allem eine ökologisch nachhaltige Wohnanlage schaffen. So sind z.B. stark begrünte Dächer und Reinigungsbeete vorgesehen. Weitere Besonderheiten sind die Nutzung von Regenwasser für die Toilettenspülung oder die Wärmerückgewinnung aus Abwasser. Außerdem sollen Grünflächen entstehen und die Ufervegetation am False Creek rehabilitiert werden.



    Kostenfrage

    Modell Olympisches Dorf

    Der derzeitige Bürgermeister von Vancouver, Gregor Robertson, beklagt die Fehleinschätzungen der Vorgängerregierung. Weil sich die Kosten für den Bau des Olympischen Dorfes am False Creek immer weiter erhöhten, musste die Stadt Vancouver einspringen, um die offenen Rechnungen der Baufirmen zu begleichen. Die Investoren des Projekts verweigerten jedenfalls weitere Finanzierungshilfen, da sie fürchteten, nach den Winterspielen auf der millionenteuren Anlage sitzen zu bleiben. Durch einen Kredit der Provinz British Columbia Anfang 2009 konnte der Bau aber fortgeführt werden.