Oslo 1952

    Aus Olympia-Lexikon.de

    Sechste Olympische Winterspiele

    Vom 14. bis 25. Februar. 109 Frauen und 623 Männer aus 30 Ländern nahmen an 22 Wettbewerben in sechs Sportarten teil.

    Im Alpinen Skisport wurden die Kombinationen für Frauen und Männer gestrichen, dafür war jetzt der Riesenslalom für beide Geschlechter olympisch, und für die Frauen gab es den ersten Nordischen Wettbewerb, den Langlauf über 10 km.

    Skeleton, als eine St. Moritzer "Eigenheit" dort noch olympisch (siehe St. Moritz 1948), stand diesmal nicht auf dem Programm.


    Austragungsort

    Brenden Hallgeir, mehrfacher Olympiasieger im Skilanglauf 1952 und 1956.

    Oslo hatte den Zuschlag des IOC im Wettbewerb mit Cortina d'Ampezzo und Lake Placid bekommen und so wurden endlich die ersten Winterspiele in einem nordischen Land ausgetragen, was sich als voller Erfolg erweisen sollte.

    Allerdings spielte auch hier das Wetter eine Rolle, es gab wenig Schnee, und die alpinen Pisten, 100 km von Oslo entfernt, musste künstlich präpariert werden. Das Olympische Feuer wurde nicht wie üblich in Griechenland, sondern im Geburtshaus von Sondre Nordheim, dem Pionier des Skilaufs im 19. Jahrhundert, entzündet und von Morgedal nach Oslo getragen.

    Medaillenbilanz

    Die gastgebenden Norweger gewannen die meisten Medaillen (7/3/6) vor den Amerikanern (4/6/1). Zu den erfolgreichen Teilnehmern zählte auch die deutsche Mannschaft, die erstmals seit 16 Jahren wieder bei Olympia startete. Das NOK hatte 12 Frauen und 41 Männer nach Oslo geschickt, die drei Gold-, zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen errangen.

    Vergleiche Medaillenspiegel Oslo 1952.

    Erfolge

    In den nordischen Wettbewerben liefen Finnen und Norweger diesmal den Schweden den Rang ab. Drei Finninnen holten sich die Medaillen im ersten Langlauf der Frauen, und 130 000 Zuschauer bejubelten den Doppelsieg ihrer Skispringer Arnfinn Bergmann und Tjorben Falkanger auf dem Holmenkollen.

    Der Amerikaner Richard Button zeigte den ersten Dreifachsprung in der Eiskunstlaufgeschichte und wiederholte seinen Olympiasieg von 1948.

    Der Norweger Hjalmar Anderson gewann dreimal Gold im Eisschnelllauf und überließ nur den Sieg im 500 m-Sprint dem Amerikaner Kenneth Henry.

    Im Eishockey feierten die Kanadier ihren fünften Olympiasieg.

    Gold erlief sich das deutsche Eiskunstlauf-Ehepaar Ria und Paul Falk. Die Garmisch-Partenkirchnerin Annemirl Buchner zählte zu den erfolgreichsten Teilnehmern dieser Spiele. Die Skifahrerin sicherte sich in jedem Wettbewerb eine Medaille: Silber in der Abfahrt, Bronze im Slalom und Riesenslalom. Silber im Slalom fiel an Ossi Reichert aus Sonthofen.

    Kurioses

    Für das deutsche Team errangen die schwergewichtigen Bobfahrer mit Anderl Ostler an der Spitze zwei Olympiasiege. Er und sein "Bremser" Lorenz Nieberl wogen zusammen 236 Kilo, der Vierer brachte 472 kg auf die Waage. Später wurden dann Höchstgewichte festlegt.

    Fazit

    Die Norweger veranstalteten ein perfekt organisiertes und fröhliches Turnier. Die Spiele wurden zu einer Art Volksfest, Gastfreundschaft und Fachkenntnisse der Gastgeber waren überwältigend. Erstmals war eine Hauptstadt der Austragungsort. Rund 500 000 Zuschauer machten Olympia auch zu einem finanziellen Erfolg.