Paris 1924

    Aus Olympia-Lexikon.de

    Spiele der VIII. Olympiade

    Daten

    Nach 24 Jahren fanden die Spiele erneut in Paris statt, vom 4. Mai bis 27. Juli. 136 Frauen und 2956 Männer aus 44 Ländern nahmen an 126 Wettbewerben in 20 Sportarten teil.

    Deutschland war wie schon in Antwerpen 1920 nicht dabei. Es ist umstritten, ob es eingeladen worden war, ob es kein Interesse zeigte oder ob die Franzosen die Teilnahme ihres ehemaligen Kriegsgegners ablehnten. Die 1920 noch ausgeschlossenen Mannschaften aus Österreich, Ungarn, Bulgarien und der Türkei waren hingegen wieder vertreten. Neu in der olympischen Familie waren Rumänien und Polen sowie Irland mit einer eigenen Mannschaft.

    Programm

    Der Brite Jack Beresford, mehrfacher Goldmedaillensieger im Rudern.

    Bogenschießen war aus dem Programm gestrichen, Tennis zum vorerst letzten Mal (erst wieder in Seoul 1988) dabei.

    Neuerungen

    Zum ersten Mal zitierte man das neue olympische Motto "altius, cititius, fortius" (höher, weiter, schneller), erdacht von dem französischen Pater Didon.

    Bei der Schlussfeier wurden erstmals drei Flaggen aufgezogen: für das IOC, für das Gastgeberland und für den nächsten Ausrichter der Olympischen Spiele.

    Medaillenbilanz

    Am erfolgreichsten schnitt die amerikanische Mannschaft ab mit 99 Medaillen (45/27/27) vor Frankreich mit 38 Medaillen (13/15/10) und den Finnen, die 37 Medaillen (14/13/10) gewannen.

    In der so genannten "Nationenwertung" wurden die Leistungen der Teilnehmerländer in Punkte umgerechnet; eine wenig sinnvolle Vorgehensweise, denn Gewichtheben zum Beispiel zählte etwa 22-mal soviel wie der 100 Yards-Sprint.

    Vergleiche Medaillenspiegel Paris 1924.

    Erfolge

    Die Pariser Spiele zeigten, wie explosiv sich der Hochleistungssport entwickelte. In der Leichathletik zum Beispiel gab es trotz großer Hitze (an manchen Tagen bis zu 45 Grad) sieben Weltrekorde.

    Die Finnen dominierten eindeutig die Laufstrecken. Erneut lief sich Paavo Nurmi mit der unvermeidlichen Stoppuhr in der Hand ganz nach vorne, der zu seinen drei Goldmedaillen von 1920 nun noch fünf hinzufügte und damit zum Helden dieser Spiele avancierte. Sein Landsmann Ritola gewann ebenfalls als Läufer viermal Gold und zweimal Silber.

    Bei den Schwimmwettbewerben hieß der Star Johnny Weissmuller. Der in die USA ausgewanderte gebürtige Ungarn-Österreicher (Petr Janos Weiszmüller), später der erste "Tarzan" der Filmgeschichte, gewann drei Goldmedaillen und die Bronzemedaille mit der Wasserball-Mannschaft.

    Der amerikanische Ruderer John Kelly, der Vater der Filmschauspielerin und späteren Fürstin von Monaco, Grace Kelly, erzielte seinen dritten Olympiasieg (zweimal 1920).

    Kurioses

    Die Pariser Olympia-Erlebnisse der amerikanischen Leichtathleten Harold Abrahams und Eric Liddell wurden in ziemlich "freier" Auslegung in dem Hollywoodfilm "Chariots of Fire" nacherzählt, der 1981 mit einem "Oscar" ausgezeichnet wurde.

    Fazit

    Begründer der Olympischen Spiele und IOC-Präsident Coubertin erlebte seine "Wunschspiele", wollte die "Schmach" von 1900 vergessen machen und zog sich nach den Spielen als IOC-Ehrenpräsident vom aktiven Geschehen zurück.