Rennrodeln

    Aus Olympia-Lexikon.de

    Rennrodeln ist die athletische Form des Schlittenfahrens, bei dem die Sportler rücklings auf ihrem Sportgerät liegen. Die Steuerung erfolgt lediglich durch Gewichtsverlagerung und Schenkeldruck. Wettkampfdisziplinen sind:

    Männer: Einsitzer und Doppelsitzer

    Frauen: Einsitzer

    Der Internationale Verband (FIL) wurde 1957 gegründet, ihm gehören 36 Landesverbände an.

    Regeln in Kürze

    Der Rennrodel: ein 1,35 m langes und 22 kg schweres Sportgerät (Doppelsitzer 25 kg), auf dem die Sportler rücklings liegen. Die Steuerung erfolgt lediglich durch Gewichtsverlagerung und Schenkeldruck. Die Art der Kurven ist vorgeschrieben.


    Die Rodelbahn: Die Länge der Kunsteisbahn beträgt im Männer-Einsitzer 1 000 m bis 1 250 m, sonst 800 m bis 1 250 m.

    Modus: Der Sieger wird nach der Gesamtzeit aus vier Durchgängen (Doppelsitzer zwei) an zwei aufeinander folgenden Tagen ermittelt.

    Gewichtslimitierung: Werden die körperlichen Höchstgewichte nicht erreicht (Männer 90 kg, Frauen 75 kg), dürfen die Sportler Bleiwesten am Körper tragen, Männer bis 13 kg, Frauen und Doppelsitzer bis 10 kg, die aber wiederum nur 75 % des fehlenden Gewichts ausmachen dürfen.

    Kurioses

    Grenoble 1968 brachte einen Skandal hervor: Die DDR-Rodlerinnen, auf dem Weg zu einem dreifachen Erfolg, wurden wegen Erwärmung der Kufen an ihren Schlitten disqualifiziert.

    In Albertville 1992 machten es die österreichischen Schwestern Doris und Angelika Neuner Christine und Marielle Goitschel (Ski Alpin) nach und feierten einen geschwisterlichen Doppelsieg, was in der olympischen Geschichte bisher nur diesen beiden Geschwisterpaaren gelang.

    Geschichte der Sportart

    Erste "Schlittenrennen" fuhren englische Kurgäste Mitte des 19. Jahrhunderts in den Schweizer Alpen. Das heutige Rennrodeln entwickelte sich aus den Skeletonrennen in St. Moritz, die dort zweimal olympisch waren. Schlittenrennen mit leistungssportlichem Charakter gab es kurz vor der Jahrhundertwende in Innsbruck.

    Ein internationaler Schlittenverband entstand 1913, und erste Europameisterschaften wurden 1914 in Österreich veranstaltet. In Deutschland bildete sich 1911 ein Rodel-Bund.

    Olympische Geschichte

    Eigentlich sollte der Rennrodelsport 1960 in Squaw Valley seine olympische Premiere feiern, was jedoch daran scheiterte, dass die Veranstalter keine Bobbahn bauten. Somit wurde Rodeln erst 1964 in Innsbruck olympisch mit den heute noch üblichen Wettbewerben Einsitzer für Frauen und Männer und Doppelsitzer Männer.

    Olympische Erfolge

    Die Hochburgen lagen immer in Deutschland, Österreich, Italien (Südtirol) und der UdSSR. Die Sportler aus der DDR beherrschten diese Sportart zwischen 1964 und 1988 wie kaum eine andere.

    In den 90er Jahren dominierte der Berchtesgadener Georg Hackl das Geschehen, wurde in Albertville 1992 und in Lillehammer 1994 Olympiasieger, in Calgary 1988 Zweiter.


    Weblinks

    Internationaler Rennrodelverband (FIL)

    Erdmann, Susi

    Niedernhuber, Barbara