Rio de Janeiro 2016

    Aus Olympia-Lexikon.de

    Spiele der XXXI. Olympiade

    Die XXXI. Olympischen Sommerspiele der Neuzeit werden dieses Jahr zwischen dem 5. und 21. August 2016 in der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro stattfinden. Nachdem Brasilien 2014 bereits die Fußball-Weltmeisterschaft ausgerichtet hat, ist nun Rio de Janeiro ist die erste südamerikanische Stadt, die als Gastgeber der Olympischen Sommerspiele auftritt.

    Austragungsort

    Rio de Janeiro ist die Hauptstadt des Bundesstaates Rio de Janeiro in Brasilien. Bis 1960 war Rio brasilianische Hauptstadt. Die Stadt hat ca. 6,1 Millionen Einwohner (11,6 Millionen im Großraum), ist Universitätsstadt und Bischofssitz einer Erzdiözese. Rio de Janeiro besitzt einen bedeutenden Hafen, ist Handelszentrum und neben São Paulo wichtigster Industriestandort Brasiliens. Das Stadtbild ist vor allem durch moderne Bauwerke geprägt, es finden sich aber auch zahlreiche Kolonialbauten und Kirchen. Wahrzeichen der Stadt sind der Zuckerhut und die Christus-Statue auf dem Berg Corcovado. Berühmt ist der Strand der Stadt: die Copacabana. In Rio de Janeiro befindet sich das größte Fußballstadion der Welt, das Maracana. Wichtigstes kulturelles Ereignis ist der alljährlich vor der Fastenzeit stattfindende Karneval, in dem sich europäische und afrikanische Elemente mischen.

    Das explosionsartige Bevölkerungswachstum in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts führte zur Ausbildung von Elendsvierteln, den so genannten Favelas. Hier herrschen Verarmung, Arbeitslosigkeit und Kriminalität.

    Drumherum

    Bewerbung

    Bewerbungen um die Olympischen Spiele sowie die Paralympics 2016 gingen beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) von folgenden sieben Städten ein: Baku (für Aserbaidschan), Doha (für Katar), Prag (für Tschechien), Chicago (für die USA), Madrid (für Spanien), Rio de Janeiro (für Brasilien) und Tokio (für Japan). Die Bewerbungen von Baku, Doha und Prag nahmen im Juni 2008 nicht die Hürde für die Runde der Endauswahl. Gründe waren z. B. mangelhafte Infrastruktur oder auch die klimatischen Bedingungen in Katar.

    Am 2. Oktober 2009 in Kopenhagen entschied sich das IOC schließlich für Rio de Janeiro als Austragungsort der Olympischen Spiele 2016. In den ersten beiden Wahlgängen schieden die Bewerbungen aus Chicago und Tokio aus. Im dritten Wahlgang erhielt Rio de Janeiro 66 Stimmen, Madrid 32.

    Fackellauf

    Im Juli 2015 wurde in Brasiliens Hauptstadt Brasilia die Fackel präsentiert. Präsidentin Dilma Roussef, der IOK-Präsident Carlos Arthur Nuzman sowie einige Sportler wohnten der Präsentation bei. Das Design möchte nicht nur die Wärme der olympischen Flamme, sondern auch die der brasilianischen Menschen widerspiegeln. Die Flamme wird im Mai 2016 in Griechenland entzündet und dann mit Hilfe von 12.000 Fackelläufern bis nach Rio de Janeiro gelangen. Sie wird auf der Straße und in der Luft transportiert und nach ca. 100 Tagen in Rio de Janeiro ankommen. Fast 250 Städte in ganz Brasilien sollen besucht werden, neun Zehntel der Landesbevölkerung werden damit die Chance haben, das Olympia-Symbol aus nächster Nähe zu sehen.

    Maskottchen

    Maskottchen der Olympischen und Paralympischen Spiele 2012 waren die futuristisch anmutenden, einäugigen Figuren Wenlock (orange) und Mandeville (blau).

    Motto, Logo und Maskottchen

    Das offizielle Motto der Spiele lautet „Paixao e Transformacao – Leidenschaft und Transformation“. Das offizielle Logo besteht aus drei sich an den Händen haltenden Figuren in den Nationalfarben Brasiliens – Grün, Gelb und Blau. Neben den Nationalfarben sollen die Farben auch für die Natur des Landes stehen – Blau symbolisiert das Meer, Grün die Flora und Gelb die Sonne. Die Umrisse des Logos sollen an den Blick auf den Zuckerhut erinnern. Die Maskottchen der Olympischen und Paralympischen Spiele in Rio heißen Vinicius und Tom. Sie sind von der brasilianischen Fauna und Flora inspiriert. Ein Maskottchen ähnelt einem Mischwesen aus Affe und Katze, das andere einer Tropenpflanze. Fast 325.000 Menschen haben an der Abstimmung für die Namen teilgenommen. Zur Auswahl standen neben Vinicius und Tom die Namen Oba und Eba sowie Tiba Tuque und Esquindim. 44 Prozent der Teilnehmer entschieden sich schließlich für die Namen der berühmten Bossa-Nova Musiker Vinícius de Moraes und Tom Jobimn.

    Paralympische Spiele 2012

    Vom 7. bis 18. September 2016 finden rund zwei Wochen nach den Olympischen Spielen der XXXI. Olympiade erstmals Paralympische Spiele in Südamerika statt. Die XV. Paralympischen Sommerspiele werden an den gleichen Wettkampfstätten wie die Olympischen Spiele ausgetragen.

    Das Internationale Paralympische Komitee erwartet die Teilnahme von rund 4300 Athletinnen und Athleten aus über 175 Nationen. Durchgeführt werden über 500 Medaillen-Wettbewerbe in 22 Sportarten.

    Das Programm der Paralympics wurde weiter aufgestockt. Neu in Rio sind Triathlon und Kanu. Dazu gehören weiterhin Leichtathletik, Bogenschießen, Boccia, Reiten, Goalball, Gewichtheben, Rudern, Schießen, Sitzvolleyball, Schwimmen, Tischtennis, Rollstuhl-Basketball, Rollstuhl-Rugby, Rollstuhl-Tennis, Radsport, 5er-Fußball, Judo, Rollstuhl-Fechten, 7a-Side-Fußball und Segeln. Letztere beide Sportarten werden 2020 in Tokio nicht mehr bei den Paralympics ausgetragen. Als Ersatz finden dann Wettbewerbe im Badminton und Taekwondo statt.

    Olympisches Dorf

    Das Olympische Dorf ist in 34 Wohnblocks aufgeteilt, mit jeweils zwölfstöckigen Häusern. Insgesamt gibt es dort Unterkünfte für etwa 17.700 Athleten und Funktionäre.

    In Rio de Janeiro gibt es ein separates olympisches Trainingsdorf. In diesem sollen bis zu elf verschiedene Sportarten trainiert werden können. Es gibt eine 400-Meter-Laufbahn, ein Schwimmbecken sowie zahlreiche Indoor-Einrichtungen.

    Außerdem wird es den Sportlern in der Nähe des Olympischen Dorfes ermöglicht, andere Sportarten zum Zeitvertreib zu betreiben. Hierfür soll es neben Fußball-, Tennis- und Beachvolleyballplätzen auch eine Anlage zum Kanufahren, Kajakfahren und zum Surfen geben. Zusätzlich wird den Athleten ein abgetrennter Strandbereich zur Verfügung gestellt. Nach den Olympischen Spielen werden ähnlich wie in London aus den Gebäuden Sozialwohnungen entstehen.

    Wettkämpfe

    Für die Aufnahme in das Wettkampfprogramm bewarben sich insgesamt sieben Sportarten: Golf, Rugby (in der 7er-Variante), Squash, Karate und Inlineskating sowie Baseball und Softball. Aufgenommen als neue Sportarten wurden schließlich Rugby und Golf.

    Wettkampfstätten

    In vier Zonen ist geplant, die verschiedensten Wettbewerbe auszutragen. Die beiden Stadtviertel Barra da Tijuca und Deodoro dienen dabei ebenso als Wettkampfstätten wie das Maracana-Stadion und die Copacabana mit ihrem kilometerlangen Sandstrand. Zusätzlich wird es außerhalb von Rio de Janeiro noch vier weitere Orte geben, in denen die Vorrundenspiele im Fußball stattfinden.

    Die bekanntesten Veranstaltungsorte sind sicherlich die Copacabana und das Maracana-Stadion, das neben den Fußball-Wettkämpfen auch den Eröffnungs- und Abschlussfeiern als Austragungsort dienen wird. Damit sorgen die Organisatoren für ein Novum: Erstmalig werden die Feierlichkeiten zur Eröffnung und zum Abschluss der Spiele nicht in dem Stadion stattfinden, das auch die Leichtathletik-Wettbewerbe beheimatet.

    Im Stadtteil Barra di Tijuca im Westen Rios können Interessierte unter anderem die Sportarten Boxen, Schwimmen, Basketball und Handball verfolgen.

    Im nordwestlichen Stadtteil Deodoro finden die Wettbewerbe im Spring- und Dressurreiten, Fechten und Modernen Fünfkampf statt.