Schwimmen

    Aus Olympia-Lexikon.de

    Schwimmen ist eine olympische Sportart für Männer und Frauen in vier Stilarten.

    Die Wettkampfdisziplinen sind Brustschwimmen, Schmetterling (auch Butterfly oder Delphin), Freistil (früher Kraul), Rückenschwimmen und Lagen (Wechsel zwischen den verschiedenen Stilarten) sowie Synchronschwimmen und Wasserspringen.

    Bei Freistil und Lagen finden auch Staffelwettkämpfe statt, außerdem gibt es seit 2008 Langstreckenwettbewerbe über 10 km.

    Regeln in Kürze

    Kraulstil

    Die Schwimmbecken müssen 50 m lang und 21 m breit sein, jedoch gibt es inzwischen auch offizielle Meisterschaften auf der 25 m langen Kurzbahn.Den Schwimmern ist das "Tragen von Schwimmkleidung" vorgeschrieben. Der Starter gibt das Startsignal und löst gleichzeitig die elektronische Zeitmessung aus; gestartet wird vom 50 x 50 cm großen Startblock.

    Die vorgeschriebenen Schwimmbewegungen in den einzelnen Stilarten werden ebenso durch Funktionäre überwacht wie die korrekten Wenden (zu den einzelnen Stilarten siehe Brustschwimmen, Schmetterling, Freistil, Rückenschwimmen und Lagen)

    Kurioses

    Für erfolgreiche Olympiaschwimmer hatte das Filmgeschäft immer große Anziehungskraft: Johnny Weissmuller, vielleicht der beste Schwimmer aller Zeiten (Olympiasieger 1924 und 1928), spielte wiederholt den Tarzan, Clarence Crabbe (Olympiasieger 1932) war "Buck Rogers" sowie "Flash Gordon" und einige wenige Male auch Tarzan.

    Über 400 m Lagen gewann der Schwede Larsson in München 1972 mit zwei Tausendstelsekunden Abstand Gold vor McKee (USA). Die folgenden Kontroversen führten zu der Regelung, nur noch Hundertstelsekunden zu registrieren und ansonsten zwei Medaillen zu vergeben.

    Der Amerikaner Duke Paoa Kahanamaku, Medaillengewinner zwischen 1912 und 1924 und Konkurrent von Weissmuller, stammte aus der Königsfamilie von Hawai und der volle Name "seiner Majestät" lautete Duke Paoa Kahinu Makoe Hulikohoa Kahanamaku.

    Gertrud Enderle (USA), Bronzegewinnerin in Paris 1924, durchquerte zwei Jahre später als erste Schwimmerin der Welt den "Kanal" zwischen England und Frankreich und war dabei um zwei Stunden schneller als der bis dahin schnellste Mann.

    Der Internationale Fachverband (FINA) wurde während der Olympischen Spiele in London 1908 gegründet, ihm gehören 179 Landesverbände an.

    Geschichte der Sportart

    Ab dem 16. Jahrhundert galt die Fortbewegung im Wasser als eine Art Ausgleichssport zur Leibesertüchtigung, und es erschienen erste Schwimm-Lehrbücher. 1774 wurde in Frankfurt am Main die erste deutsche Badeanstalt eingerichtet, und 1837 gründete sich der erste deutsche Schwimmverein, die Wasserfreunde Berlin.

    Der sportliche Werdegang begann wohl 1843 mit studentischen Wettkämpfen in London. Erste Meisterschaften gab es 1855 in England, in Deutschland 1893, gleichzeitig wurden auch erste Frauen-Schwimmvereine gegründet.

    Anfangs kannte man nur das Brustschwimmen, bis der englische Trainer Arthur Trudgeon 1870 auf einer Reise nach Südamerika eine Art Kraulstil sah, den er in England weiterentwickelte. Weltmeisterschaften mit den olympischen Disziplinen finden seit 1973 statt.

    Olympische Geschichte

    Schmetterlingsstil

    Bei den ersten Olympischen Spielen in Athen 1886 waren die Schwimmer bereits mit vier Wettbewerben dabei, obwohl sie international noch nicht organisiert waren. Auf dem Programm der Wettkämpfe im offenen Meer in der Bucht von Piräus bei maximal 16 Grad Wassertemperatur standen Kraulschwimmen über 100 m, 500 m und 1 200 m sowie das "Matrosenschwimmen" über 100 m. Der erste Olympiasieger im Schwimmen war der Ungar Alfred Hajos, der die 100 m gewann und 28 Jahre später in Paris mit der Goldmedaille für Architektur in den Kunstwettbewerben ausgezeichnet wurde. Für die Turmspringer war in St. Louis 1904 Premiere.

    Ab Stockholm 1912 schwammen (und sprangen) auch die Frauen olympisch mit, 100 m Kraul und Kraulstaffel.

    Die Schwimmwettbewerbe hatten im ersten olympischen Jahrzehnt eigentlich immer provisorischen Charakter, geschwommen wurde im stürmischen Meer, in der Seine von Paris (1900) oder in einem See in St. Louis (1904). Erst in London 1908 baute man für die Schwimmer ein Becken von 100 m Länge. Das erste 50-m-Becken fanden sie in Paris 1924 vor, das erste Hallenstadion mit 50-m-Becken in London 1948. In den frühen Jahren gab es die mannigfaltigsten Disziplinen (Frühere olympische Sportarten), die längst gestrichen worden sind. fest.

    Das Synchronschwimmen wurde erstmals in Los Angeles 1984 mit den beiden Wettbewerben Solo und Duett aufgenommen.

    Der 50 m-Freistilsprint (für Frauen und Männer) kam in Seoul 1988 hinzu und in Atlanta 1996 die 4 x 200-m-Freistilstaffel der Frauen. Eine weitere Neuerung ist das 10-km-Langstreckenschwimmen der Frauen und Männer im offenen Wasser (eingeführt in Peking 2008).

    Olympische Erfolge

    Cornelia Ender bei den Weltmeisterschafen 1975 in Cali, wo sie bereits mit 17 Jahren 4 Goldmedaillen holte. Ein Jahr darauf bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal wurde sie mit 4 Goldmedaillen die erfolgreichste Teilnehmerin.

    Der erfolgreichste Schwimmer aller Zeiten ist der US-Amerikaner Michael Phelps. Insgesamt gewann er bei Olympia bislang 16 Medaillen: 14 Gold-, und zwei Bronzemedaillen. Mit seinen acht Goldmedaillen in Peking 2008 löste Phelps seinen Landsmann Mark Spitz als Spitzenreiter ab, der 1968 und 1972 elf Medaillen gewonnen hatte, davon neun Mal Gold.

    Gleich hinter Spitz rangiert sein Landsmann Matt Biondi mit ebenfalls elf Medaillen, darunter acht goldene. In Seoul 1988 hätte Biondi um ein Haar das Kunststück von Spitz – sieben Mal Gold bei einer Olympiateilnahme (München 1972) – wiederholt, doch gelangen ihm "nur" fünf Mal Gold, ein Mal Silber und ein Mal Bronze. Ebenso auf den Spuren von Spitz schwimmend gelangen Kristin Otto (DDR) in Seoul 1988 sechs Goldmedaillen.

    Zu den erfolgreichsten Schwimmerinnen zählen außerdem die Australierinnen Shirley Babashoff und Dawn Fraser sowie Kornelia Ender aus der DDR, die insgesamt acht Medaillen gewannen, davon vier in Gold. Erfolgreichste Schwimmerin aller Zeiten ist jedoch die US-Amerikanerin Jenny Thompson. Sie gewann insgesamt zwölf Medaillen, darunter acht Mal Gold, und ist damit, was die Gesamtzahl der Medaillen angeht, erfolgreicher als ihre männlichen Kollegen Spitz und Biondi. Allerdings gehen alle Olympiasiege von Jenny Thompson auf Staffelrennen zurück.

    Star der deutschen Mannschaft war lange Zeit Michael Groß, der alleine drei Goldmedaillen (zweimal in Los Angeles 1984 und einmal in Seoul 1888) für sein Team gewann.

    Olympische Highlights

    Als erfolgreichster Schwimmer gilt der US-Amerikaner Michael Phelps. In Peking 2008 holte der Ausnahmeschwimmer acht Goldmedaillen, stellte bei sieben Siegen einen neuen Weltrekord auf, und verbesserte damit den Rekord von Mark Spitz aus dem Jahr 1972. Der US-Amerikaner hatte in München sieben Mal gesiegt und dabei jedes Mal einen neuen Weltrekord aufgestellt.


    Weblinks

    Deutscher Schwimm-Verband

    Fédération International de Natation