Segelsport

    Aus Olympia-Lexikon.de

    Segelsport

    Segeln ist die Ausnützung des Windes zur Fortbewegung eines Segelbootes oder -schiffes.

    Regeln in Kürze

    Für die Fortbewegung des Segelbootes auf dem Wasser ist der Wind ausschlaggebend: Kommt der Wind von hinten, werden die Segel rechtwinklig zur Windrichtung gestellt; kommt er von vorn, muss das Ziel durch Kreuzen angesteuert werden; bei Seitenwind werden die Segel so gestellt, dass sie den Winkel Wind/Kielrichtung haben.

    Die modernen Segelboote sind aus Holz, Aluminium, Glasfaser oder Kunststoff gebaut.

    Wettkampfdisziplinen

    Die olympischen Klassen:

    Frauen: 470-Klasse, Europa-Klasse, Yngling und Mistral (Windsurfen)

    Männer: Finn-Dinghy, 470-Klasse, Starboot, Mistral (Windsurfen)

    gemischte Mannschaften: Tornado, Laser und die 49er-Klasse

    Olympische Bootsklassen

    Finn-Dinghy

    Schwertboot für eine Person mit einer Länge von 4,50 m, einer Breite von 1,51 m und einem Tiefgang von 0,85 m; seit 1956 olympische Bootsklasse für Männer.

    Europa-Klasse

    Einer-Bootsklasse für Frauen mit einer Länge von 3,35 m, einer Breite von 1,38 m und einem Tiefgang von 1 m; seit 1992 im olympischen Programm für Männer.

    470er-Klasse

    Schwertboot für zwei Personen (Männer und Frauen-Disziplin) mit einer Länge von 4,70 m, einer Breite von 1,68 m und einem Tiefgang von 1,05 m; seit 1976 olympische Disziplin für Männer und Frauen.

    Laser

    Bootsklasse für eine Person mit einer Länge von 4,23 m, einer Breite von 1,37 m und einem Tiefgang von 0,80 m; seit 1996 offene olympische Bootsklasse.

    Tornado

    Katamaran mit einer Länge von 6,10 m, einer Breite von 3,05 m und einem Tiefgang von 0,76 m; seit 1976 offene olympische Bootsklasse.

    Star

    Kielboot für zwei Personen mit einer Länge von 6,92 m, einer Breite von 1,72 m und einem Tiefgang von 1,02 m; seit 1932 Bestandteil des olympischen Programms.

    Soling

    offenes Kielboot mit einer Länge von 8,20 m, einer Breite von 1,90 m und einem Tiefgang von 1,40 m; von 1972 bis 2000 olympische Bootsklasse.

    Yngling

    Kielboot mit einer Länge von 6,35 m, einer Breite von 1,73 m und einem Tiefgang von 1,05 m; angelehnt an das "Soling", relativ junge Bootsklasse, 2004 olympische Premiere bei den Damenwettbewerben.

    Mistral

    Surfbrett für die seit 1984 ins olympische Programm aufgenommene Disziplin Windsurfen.

    Geschichte der Sportart

    Das sportliche Segeln begann im 18. Jahrhundert in Irland. 1828 wurde in Schweden der erste Seglerverein gegründet. 1850 fand die erste Regatta auf der Hamburger Alster statt. Seit 1851 gibt es den "America's Cup", die erste internationale Wettfahrt.

    Königsberg gründete 1855 den ersten deutschen Seglerklub, 1882 startete in Kiel der Vorläufer der heutigen "Kieler Woche".

    Olympische Geschichte

    Windsurfen auf dem Cazaux-See in Gironde, Frankreich.

    Die olympische Geschichte des Segelsports begann in Paris 1900 mit sieben Klassen. Dann war Segeln erst wieder in London 1908 olympisch; seither ist es ohne Unterbrechung Bestandteil des Programms.

    Seit der olympischen Premiere wurden die Bootsklassen ständig verändert und erst spät einigermaßen standardisiert, was jeweils mit der zeitgenössischen Popularität einzelner Bootsgattungen zusammen hing.

    Frauen konnten immer in die Teams integriert werden. In Seoul 1988 wurden erstmals eigenständige Frauen-Wettbewerbe eingeführt. Seit Los Angeles 1984 ist das populäre Windsurfen (zunächst "Lechner", ab 1996 "Mistral") Bestandteil des Programms.

    Olympische Erfolge

    Der bis jetzt erfolgreichste Segler ist der Däne Paul Elvström, der zwischen 1948 und 1960 in der olympischen Einmannklasse nie zu schlagen war und vier Mal Gold gewann, also bei vier Olympischen Spielen hintereinander.

    Der deutsche Segler Willi Kuhweide siegte in Tokio 1964 im Finn und wurde acht Jahre später im Star Dritter. Die Brüder Jörg und Eckart Diesch segelten in Montreal 1976 den siegreichen Flying Dutchman, Frank Hübner/ Harro Bode den "goldenen" 470er, und Jörg Spengler/ Jörg Schmall kamen im Tornado zu Bronze. Zu den erfolgreichsten Seglern überhaupt zählt der dreifache Olympiasieger Jochen Schümann (DDR).

    Die meisten Medaillen bei den Frauen gewann die Italienerin Alessandra Sensini. Sie holte im Windsurfen in Atlanta 1996 Bronze, in Sydney 2000 Gold, in Athen 2004 erneut Bronze und in Peking 2008 Silber.

    Gemessen an der Medaillenanzahl erfolgreichste Nation sind die USA, die 18 Mal Gold gewannen. Allerdings standen die Briten sogar 24 Mal auf dem Siegertreppchen, haben insgesamt aber zwölf Medaillen weniger.