Sextest

    Aus Olympia-Lexikon.de

    die korrekte Feststellung des Geschlechts einer Teilnehmerin. Wie die olympische Geschichte erwiesen hat, war oder ist dies durchaus notwendig, da es viele bekannte Fälle gab, in denen Männer als Frauen starteten, und die Dunkelziffer vermutlich noch deutlich höher ist.

    Die ersten Tests dieser Art wurden bei den Olympischen Spielen von Mexico City 1968 durchgeführt - nach Meinung vieler Experten viel zu spät. Nach drei Jahrzehnten des Testens wurde der Sextest jedoch vor den Olympischen Spielen in Sydney 2000 wieder abgeschafft; auch zur Problematik transsexueller Sportler erließ das IOC inzwischen Regelungen.

    Beispielfälle

    Die Deutsche Dora Ratjen belegte in Berlin 1936 den vierten Platz im Hochsprung; Jahre später stellte sich heraus, dass "sie" ein Mann war.

    Relativ undurchsichtig war der Fall der Pol"in" Eva Klobukovska, die in Tokio 1964 Bronze im 100 m-Lauf gewonnen und mit der 4 x 100 m-Sprintstaffel sogar den Olympiasieg geholt hatte. Ein Jahr vor den Spielen in Mexico City 1968 blieb sie als erste "Frau" im Netz des Geschlechtstests hängen.

    Es gibt Vermutungen, dass es ähnliche Fälle auch in noch früheren Jahren gegeben hat, so etwa bei Stella Wals, einer in Polen geborenen "Amerikanerin", die in Los Angeles 1932 und in Berlin 1936 über die 100 m Gold und Silber gewonnen hatte.