Ski Alpin

    Aus Olympia-Lexikon.de

    Wettkampfdisziplinen


    Geschwindigkeitsdisziplinen: Abfahrt und Super-G (Superriesenslalom)

    Technische Disziplinen: Slalom, Riesenslalom und

    Kombination (bestehend aus Abfahrt und Slalom)

    Kurioses

    Der Alpine Skisport wird stark von der Wintersport-Industrie und damit vom Fernsehen (Werbung) beherrscht und hatte deshalb vor der Lösung der Amateurfrage (Zulassung der "Profis" seit 1988) immer große Zwistigkeiten mit dem IOC, zum Beispiel als Karl Schranz vor Sapporo 1972 gesperrt wurde (siehe Sapporo 1972, "Der Fall Karl Schranz").

    Den Slalom in Sapporo 1972 gewann völlig überraschend der Spanier Francisco Fernandez-Ochoa vor dem haushohen Favoriten Gustav Thöni (Italien) und holte damit die erste spanische Medaille in der olympischen Wintersportgeschichte.

    In Sarajevo 1984 gewann Jure Franko Silber im Riesenslalom - das war Jugoslawiens erste Winter-Medaille.

    Die Schwestern Marielle und Christine Goitschel feierten in Innsbruck 1964 zwei Doppelsiege in Slalom und Riesenslalom, jeweils mit vertauschten Gold- und Silberplätzen.

    Giuliana Chenal-Minuzzo, Bronze in Squaw Valley, sprach bei der Eröffnungsfeier in Cortina 1956 als erste Frau in der olympischen Geschichte den olympischen "Eid".

    Geschichte der Sportart

    Die Ursprünge des Skisports liegen in Skandinavien (Ski Nordisch). Der später so genannte Alpine Skisport hat seine Wurzel ebenfalls im Norden, soll es doch bereits 1870 ein Abfahrtsrennen in Telemarken (Norwegen) gegeben haben.

    Als Pionier des heutigen Alpinen Skisports gilt der Österreicher Matthias Zdarsky, der um die Jahrhundertwende aus Skandinavien übernommene Ausrüstung und Technik den Verhältnissen in den Alpen anpasste und 1905 den ersten Slalom mit Fähnchen aussteckte, einen Slalom, der noch nach Stilnoten, nicht nach Zeit bewertet wurde.

    Im schweizerischen Montana fand 1911 das erste Alpine Abfahrtsrennen statt, für das der britische Lord Roberts of Kandahar einen Pokal stiftete und Namensgeber für die folgenden Kandaharrennen wurde. Der erste Slalom mit heutigem Zuschnitt wurde 1922 in Mürren (Schweiz) veranstaltet.

    Olympische Geschichte

    Die FIS tagte bei jener "Wintersportwoche" in Chamonix, die später zu den ersten offiziellen Olympischen Winterspielen erklärt wurde. Es dauerte jedoch bis 1934, ehe der Alpine Skisport ins olympische Programm aufgenommen und in Garmisch-Partenkirchen 1936 erstmals durchgeführt wurde, aber nur als Alpine Kombination (Frauen und Männer), wobei die Zeiten von Slalom und Abfahrt addiert wurden.

    Danach gab es hitzige Auseinandersetzungen in der Amateurfrage, da das IOC der Meinung war, Skilehrer seien keine Amateure im Sinne der olympischen Bestimmungen. Erst kurz vor den Winterspielen in St. Moritz 1948 konnte man sich in etwa einigen, und so begann eigentlich erst 1948 die echte olympische Geschichte des Alpinen Skisports.

    In St. Moritz standen die ersten Abfahrtsrennen und Slalomwettbewerbe für Frauen und Männer auf dem Programm und zum letzten Mal die herkömmliche (rechnerisch ermittelte) Kombination.

    Ab Oslo 1952 kam zu Abfahrt und Slalom der Riesenslalom hinzu, ab Calgary 1988 wurde der Super G (Super-Riesenslalom) ausgefahren und die nun eigenständige Alpine Kombination, mit eigenen Rennen in Abfahrt und Slalom.

    Frauen- und Männer-Wettbewerbe haben seit 1948 dieselbe Entwicklung mitgemacht.

    Olympische Erfolge

    Die erfolgreichsten Skisportler bei Olympischen Spielen bisher sind die Schweizerin Vreni Schneider (3/1/1) und der Italiener Alberto Tomba (3/2/0).

    Toni Sailer (Österreich) gewann in Cortina 1956 alle drei möglichen Goldmedaillen, wie auch der Franzose Jean-Claude Killy in Grenoble 1968.

    Beinahe hätte es ihnen Rosi Mittermaier in Innsbruck 1976 nachgemacht, aber im Riesenslalom wurde sie "nur" Zweite.

    Einen enormen Aufschwung auch im alpinen Bereich verzeichneten ab Albertville 1992 die Norweger: Neun Männer und drei Frauen erwarben hier Medaillen. Davor hatten sie nur einmal (1952) drei Medaillen gewonnen, Stein Eriksen gewann damals allein jeweils einmal Gold und Silber.

    Weblinks

    Tomba, Alberto

    Wasmeier, Markus

    Stenmark, Ingemar

    Seizinger, Katja

    Ertl, Martina

    Gerg, Hilde

    Mittermaier, Rosi

    Maier, Hermann

    Kostelic, Janica

    Miller, Bode