Speerwerfen

    Aus Olympia-Lexikon.de

    Speerwerfer Eric Lemming war 1908 siegreich bei den Olympischen Spielen.

    Speerwerfen ist eine Wurfdisziplin in der Leichtathletik für Männer und Frauen, bei der das Wurfgerät mit etwa 30 m Anlauf geschleudert wird und dabei einen sichtbaren Abdruck hinterlassen muss.

    Regeln in Kürze

    Der Speer (Männer ca. 800 g, Frauen 600 g) wird mit etwa 30 m Anlauf geschleudert und und muss mit der Speerspitze zuerst innerhalb eines 30 Grad großen Wurffeldes auftreffen. Seine Konstruktion wurde in den letzten Jahre mehrfach verändert, weil zu große Weiten erzielt wurden. Für Männer ist er etwa 2,60 m lang, für Frauen 2,30 m. Um übergroße Weiten zu verhindern, wurde der Schwerpunkt des Speers weiter nach hinten (106 cm von der Spitze entfernt) verlegt.

    Olympische Geschichte

    Das Speerwerfen kam für Männer in London 1908 zu den olympischen Wurfdisziplinen hinzu und folgte damit dem Diskus- und dem Hammerwerfen sowie dem Kugelstoßen. Frauen-Speerwerfen wurde 1932 in Los Angeles in das Programm aufgenommen.

    Olympische Erfolge

    Bis Berlin 1936 beherrschten ausschließlich Finnen und Schweden diese Disziplin, ehe Gerhard Stöck der Olympiasieg gelang, den ihm 36 Jahre später in München 1972 Klaus Wolfermann nachmachte. Der Tscheche Jan Zelezny gewann von 1992 bis 2000 drei Mal hintereinander Gold, der Norweger Andreas Thorkildsen siegte sowohl in Athen 2004 als auch in Peking 2008.

    Wie Stöck gewann auch Tilly Fleischer in Berlin vor Luise Krüger den Speerwurf, in dem sie vier Jahre zuvor bei der Premiere in Los Angeles hinter Ellen Braumiller Dritte gewesen war. Ruth Fuchs (DDR) holte hintereinander Gold in München 1972 und Montreal 1976, Petra Felke (DDR) gewann in Seoul 1988 und Silke Renk in Barcelona 1992 vor Karen Forkel. Steffi Nerius gewann in Athen 2004 die Silbermedaille, Christina Obergföll in Peking 2008 Bronze.