Springreiten

    Aus Olympia-Lexikon.de

    Einleitung

    Springreiten ist ein Teilbereich des Reitsports mit Einzel-Springen (Großer Preis, Jagdspringen) und Mannschaftswettbewerb (Preis der Nationen).

    Regeln in Kürze

    Der Parcours

    Die Länge eines Parcours (Umlauf) beträgt etwa 800 m mit 13 bis 14 Hindernissen und 16 bis 20 Sprüngen (bis zu 1,60 m hoch), der Wassergraben ist mindestens 4 m breit.

    Wichtigste Regeln

    Mindestzeiten sind vorgeschrieben, für die es bei Überschreitung ebenso Fehlerpunkte gibt wie für Abwürfe. Sieger ist der Teilnehmer mit der geringsten Fehlerpunktzahl.

    Mannschaftswettbewerbe

    Die Mannschaft besteht aus vier Reitern, die zwei Durchgänge (Umläufe) bestreiten. Die Fehlerpunkte aus beiden Umläufen werden für das Gesamtresultat addiert, wobei der jeweils schwächste Reiter gestrichen wird.

    Kurioses

    Noch nie gewann eine Frau Einzel-Gold. Erste Medaillengewinnerin (Bronze) war die Engländerin Pat Smythe in Stockholm 1956, die erste "weibliche" Einzelmedaille (Silber) ging 1968 an ihre Landsfrau Marion Coakes.

    Geschichte der Sportart

    Springreiter-Turniere, die mit den heutigen vergleichbar sind, kamen in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts auf. Den modernen "Springsitz" erfand der italienische Rittmeister Caprilli im Jahr 1900.

    Olympische Geschichte

    Olympisch ist Springreiten (Einzel) seit Paris 1900, für Mannschaften seit Antwerpen 1920. In Paris gab es einmalig Hoch- und Weitsprünge zu Pferde, in Antwerpen 1920 Kunstreiten.

    Bis Mexico City 1968 bestand eine Mannschaft aus nur drei Reitern, die alle gewertet wurden. Schied einer aus, war die Mannschaft aus dem Rennen. Deshalb gab es in Los Angeles 1932 keine Mannschaftsmedaillen, da kein komplettes Team durchkam. Seit München 1972 besteht die Mannschaft aus vier Reitern.

    Olympische Erfolge

    Neben Hans Günter Winkler wurden Olympiasieger im Einzel Kurt Hasse (Berlin 1936), Alwin Schockemöhle (Montreal 1976) und Ludger Beerbaum (Barcelona 1992).

    Im Preis der Nationen (Mannschaft) zählten die deutschen Reiter (fast) immer zu den Medaillengewinnern, siegten in Berlin, drei Mal in Folge von 1956 bis 1964, in München 1972 und in Seoul 1988. Nachdem die deutsche Mannschaft in Barcelona 1992 ohne Medaille geblieben war, war sie in der Folgezeit erneut erfolgreich. Dreimal in Folge ging der Preis der Nationen an Deutschland: 1996 in Atlanta, 2000 in Sydney und 2004 in Athen.

    Olympische Highlights

    Hans Günter Winkler gewann fünf Mal Gold und ein Mal Silber, in Stockholm 1956 bot er seinen legendären Ritt auf der ebenso legendären Stute "Halla" zum Gold im Jagdspringen (siehe auch Reiterspiele).

    Fritz Thiedemann, 1956 und 1960 Olympiasieger im Preis der Nationen und einer der größten deutschen Reiter, war auch in der Dressur erfolgreich. In Helsinki 1952 sicherte er sich zweimal die Bronzemedaille.

    Bei seiner fünften Olympiateilnahme errang der deutsche Springreiter Ludger Beerbaum auch seine fünfte goldene Medaille: Neben einem Erfolg im Einzel 1992 holte er - nach Seoul 1988, Atlanta 1996 und Sydney 2000 - in Athen 2004 zum vierten Mal Gold mit der Mannschaft.