Stockholm 1956

    Aus Olympia-Lexikon.de

    Reiterspiele der XVI. Olympiade

    Daten

    Vom 10. bis 17. Juni. 13 Frauen und 145 Männer aus 29 Ländern bestritten die aus Melbourne 1956 ausgelagerten Reiterspiele.

    Programm

    Sechs Wettbewerbe im Jagdspringen, Preis der Nationen, in der Dressur (Einzel und Mannschaft) und in der Military (Einzel und Mannschaft).

    Austragungsort

    Wegen der harten Quarantänebestimmungen in Australien - die Pferde hätten ein halbes Jahr lang isoliert werden müssen - wurde zum ersten und bisher einzigen Mal eine Sportart aus dem Gesamtprogramm herausgelöst und in einem anderen Land durchgeführt. Das IOC stimmte dieser Lösung schweren Herzens zu, verstieß sie doch damit ausdrücklich gegen die Olympische Charta.

    Die Reiterspiele fanden, mit Ausnahme des Military-Geländeritts, im alten Stockholmer Stadion von 1912 statt.

    Triumphe

    Die Reiterspiele brachten große Erfolge für die Gastgeber (drei Goldmedaillen) und für die bundesdeutsche Equipe. Alle deutschen Reiterinnen und Reiter in Stockholm gewannen wenigstens eine Medaille.

    Hans Günter Winkler, der durch einen Leistenbruch schwer gehandikapt war, zeigte seinen legendären Ritt auf der ebenso legendären Stute "Halla" zum Gold im Jagdspringen und gewann zusammen mit Fritz Thiedemann und Alfons Lütke-Westhues auch den Preis der Nationen. Einzel-Jagdspringen und Preis der Nationen wurden damals noch in einem Wettbewerb entschieden. Winkler siegte vor den italienischen Brüdern Raimondo und Piero d'Inzeo.

    August Lütke-Westhues, der Bruder von Alfons, holte Silber im Einzel-Military sowie im Mannschafts-Military (zusammen mit Otto Rothe und Klaus Wagner).