Tennis

    Aus Olympia-Lexikon.de

    Andre Agassi beim Aufschlag

    Tennis ist ein Ballspiel, bei dem unter Beachtung bestimmter Regeln mit einem saitenbespannten Schläger ein Ball aus Hartgummi über ein in der Spielfeldmitte quergespanntes Netz geschlagen werden muss.

    Als Wettkampfdisziplin wird bei Olympia Tennis als Einzel und Doppel (Männer und Frauen) ausgetragen.

    Regeln in Kürze

    Tennis wird als Einzel- oder als Doppelspiel auf Rasen-, Sand- oder Hartplätzen ausgetragen.

    Spielfeld

    Abgegrenztes Rechteck mit einer Länge von 23,7 m und beim Einzel einer Breite von 8,2 m, beim Doppel von 10,97 m.

    Modus

    Frauen spielen über maximal drei Sätze (zwei Gewinnsätze), Männer über maximal fünf (drei Gewinnsätze) mit Tie-Break. Gespielt wird im K.o.-System.

    Kurioses

    Das erste Einzel gewann 1896 der Ire John Boland, der eigentlich als Zuschauer in Athen war und sich in letzter Minute für das Turnier anmeldete. Zusammen mit dem Deutschen Fritz Traun, der als Leichtathlet in Griechenland startete, siegte Boland dann auch im Doppel.

    Das Olympiaturnier in Stockholm 1912 fand genau zur Zeit des Wimbledon-Turniers statt und war entsprechend schwach besetzt. Helen Wills (USA), Olympiasiegerin in Paris 1924, siegte acht Mal in Wimbledon, ein Rekord, der erst 1990 von Martina Navratilova gebrochen wurde.

    Die Silbermedaille im Doppel von Barcelona 1996 für Ferreira/Norval war die erste Medaille für Südafrika seit dessen letzten olympischen Auftritt in Rom 1960.

    Das Männer-Doppel Ivanisevic/Prpic gewann in Barcelona 1992 die erste olympische Medaille für Kroatien in der Geschichte der Spiele.

    Geschichte der Sportart

    Die Spuren dieser Sportart reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück, nach der Legende sollen es französische Mönche erfunden haben. Zuerst wurde der Ball mit der flachen Hand geschlagen, seit dem 16. Jahrhundert wurde ein "Rackett" benutzt.

    Die Entwicklung des Tennissports im England des 19. Jahrhunderts ging Hand in Hand mit der Erfindung der Rasenmähmaschine und der Benutzung von Gummibällen. Der Engländer Wingfield ließ sich 1874 seine Art von Tennis, das er "Sphairistike" nannte, patentieren und stellte Regeln auf.

    Das bis heute übliche Tennis entstand, mit neuen Regeln, bei den ersten Meisterschaften in Wimbledon (London) im Juli 1877. Es verbreitete sich auch rasch in Deutschland, hauptsächlich durch Kurgäste. Die ersten deutschen Meisterschaften fanden für Männer 1892 und für Frauen 1896 statt.

    Olympische Geschichte

    Sein olympisches Debüt gab Tennis bereits bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit in Athen 1896 mit Einzel und Doppel für Männer.

    Die Frauen folgten mit Einzelspielen in Paris 1900 und mit dem Doppel in Antwerpen 1920. Mixed wurde ab Paris 1900 gespielt.

    Nach den Spielen von Paris 1924 wurde Tennis aus dem olympischen Programm gestrichen. Es war in Mexico City 1968 und in Los Angeles 1984Demonstrationssportart und kehrte in Seoul 1988 mit Einzel- und Doppelspielen für Frauen und Männer, aber ohne Mixed, zurück.

    Seit Athen 2004 zählen die Ergebnisse bei Olympia auch für die ATP- und WTA-Weltranglisten.

    Olympische Erfolge

    Der Erfolg von Charlotte Cooper (England) im Einzel in Paris 1900 war der erste Olympiasieg einer Frau.

    Die damals weltberühmte Französin Suzanne Lenglen holte sich in Antwerpen 1920 Gold im Einzel und Doppel und Bronze im Mixed.

    Bei der neuen Premiere in Seoul 1988 siegte Steffi Graf im Finale gegen Gabriela Sabatini (Argentinien) und gewann in diesem Jahr auch den "Grand Slam" der Profis, die Turniere in Melbourne, Paris, Wimbledon und New York, was die Medien als "Golden Slam" bezeichneten. Zusammen mit Claudia Kohde holte sie 1988 noch Bronze im Doppel.

    Vier Jahre später in Barcelona 1992 verlor Steffi Graf überraschend das Finale gegen die Amerikanerin Jennifer Capriati. Bei diesem olympischen Tennisturnier konnten sich Boris Becker und Michael Stich im Doppelfinale gegen die Südafrikaner Ferreira/ Norval in fünf dramatischen Sätzen durchsetzen.

    In Sydney 2000 erreichte Thomas Haas das Endspiel, musste sich jedoch dem Russen Jewgeni Kafelnikow geschlagen geben. In Athen 2004 holten sich Nicolas Kiefer und Rainer Schüttler im Doppel ebenfalls die Silbermedaille.

    Insgesamt dominieren seit der Wiederaufnahme in Seoul 1988 die US-Amerikaner das olympische Tennis, von 1896 bis 1924 gaben stattdessen die Briten den Ton an.