Tokio 1964

    Aus Olympia-Lexikon.de

    Dreimal hintereinander (1964, 1968 und 1972) siegte der sowjetische Ringer Alexander Medved bei den olympischen Spielen.

    Spiele der XVIII. Olympiade

    Vom 10. bis 24. Oktober. 683 Frauen und 4 457 Männer aus 93 Ländern (weniger Teilnehmer, aber mehr Länder als in Rom 1960) nahmen an 163 Wettbewerben in 20 Sportarten teil.

    Programm

    Judo für Männer und Volleyball für Frauen und Männer wurden neu in das olympische Programm aufgenommen.

    Austragungsort

    Zum erstenmal fanden die Olympischen Spiele in Asien statt. Tokio waren die Spiele schon im ersten IOC-Wahlgang mit 34 Stimmen vor Detroit (10), Wien (9) und Brüssel (5) zugesprochen worden.

    Die neuen Sportstätten und die Infrastruktur kosteten Unsummen, die Spiele wurden die bis dahin teuersten.

    Schlagzeilen

    Die Spiele fanden in einer schwierigen Weltsituation statt, 1961 war die Berliner Mauer gebaut worden, 1963 wurde US-Präsident John F. Kennedy ermordet und im selben Jahr Südafrika wegen seiner Rassenpolitik vom IOC ausgeschlossen. 1964 war auch das Jahr des Vietnamkriegs.

    Der letzte Fackelträger war der Japaner Sakasi gewesen, geboren in Hiroshima am Tag des Abwurfs der Atombombe 1945.

    Medaillenbilanz

    Die UdSSR gewann die meisten Medaillen (30/31/28) vor den USA (36/26/28), aus dessen Reihen die meisten Goldmedaillengewinner kamen.

    Hinter der UdSSR und den USA konnte sich Deutschland placieren, das zum letzten Mal mit einer gemeinsamen Mannschaft an den Start ging (10/19/16).

    Vergleiche Medaillenspiegel Tokio 1964.

    Stars

    Es waren Spiele vieler sportlicher Highlights. Zu den Stars gehörten zweifellos Bob Hayes, der die 100 m in 9,9 Sekunden lief, seine Rekordzeit war jedoch wegen zu starkem Rückenwinds ungültig. Die Russin Larissa Latynina holte sich je zweimal Gold und Silber, stockte ihre Sammlung auf insgesamt 18 Medaillen auf, was sie zur erfolgreichsten Olympiateilnehmerin aller Zeiten machte.

    Erfolge

    Der russische Ruderer Wjatscheslaw Iwanow siegte 1956, 1960 und 1964 im Einer.

    Im Schwimmen gewann Don Schollander gleich vier Mal Gold und die Australierin Dawn Fraser siegte zum dritten Mal in Folge über 100 m-Freistil.

    In Tokio ging auch der Stern der Turnerin Vera Caslavska (CSSR) auf, sie gewann dreimal Gold und einmal Silber.

    Abebe Bikila siegte zum zweiten Mal im Marathon, diesmal im Gegensatz zu Rom in Schuhen laufend. Al Oerter gewann zum dritten Mal in Folge das Diskuswerfen, das vierte Mal folgte 1968 in Mexiko.

    Der Deutsche Willi Holdorf siegte in einem atemberaubenden Zehnkampf, in einem Wettbewerb, den zuvor noch nie ein Deutscher und seit 1932 immer ein Amerikaner gewonnen hatte. Neben Holdorf waren für die deutsche Mannschaft die Springreiter (viertes Gold für H.G. Winkler), die Dressurreiter, der Rad-Bahnvierer, die Ost-Berliner Hürdenläuferin Karin Balzer, der Segler Willi Kuhweide und die Wasserspringerin Ingrid Krämer (drittes Gold) erfolgreich. Schwergewichtsboxer Hans Huber unterlag erst im Finale dem späteren Profi-Weltmeister Joe Frazier, der das einzige Gold aller amerikanischen Schwergewichtler im Boxen, Heben und Ringen holte.

    Fazit

    Japan setzte neue olympische Maßstäbe, von nun an gehörte der Begriff "gigantisch" zum olympischen Sprachgebrauch. Die Organisation war perfekt, die Gastfreundschaft überwältigend, sodass man von den "Happy Games", von glücklichen Spielen, sprach. IOC-Präsident Brundage bezeichnete die Spiele als einen Triumph für die olympische Bewegung.

    Die deutsche Teilnahme war - neben der Erfolge - im Vorfeld vor allem auch von der Berlin-Situation, dem Kampf des DDR-NOK um Anerkennung und harten Qualifikationskämpfen geprägt.