Turnen

    Aus Olympia-Lexikon.de

    Das Wort Turnen wurde von "Turnvater" Jahn eingeführt, der damit die von ihm eingeführten Leibesübungen bezeichnete; heute Bezeichnung für Bodenturnen und Gerätturnen für Männer und Frauen. Die einzelnen Übungen werden mit Noten bis zu zehn bewertet. Organisatorisch werden dem Turnen neben dem "klassischen Turnen" (Kunstturnen) auch Trampolinturnen und Rhythmische Sportgymnastik zugerechnet.

    Wettkampfdisziplinen

    Turner am Barren

    Frauen: Mehrkampf im Einzel (Vierkampf) und Mannschaft, Bodenturnen, Schwebebalken, Stufenbarren, Pferdsprung und Trampolin.

    Männer: Mehrkampf im Einzel (Sechskampf) und Mannschaft, Bodenturnen, Ringe, Reck, Seitpferd, Barren, Pferdsprung und Trampolin.

    Geschichte der Sportart

    Als eigentlicher Begründer des Turnens (besser der "Leibesübungen") gilt Friedrich Ludwig Jahn ("Turnvater Jahn"). Er versuchte in der Zeit der Napoleonischen Kriege die Jugend für seine Übungen im Dienst der "nationalen Wiedererweckung" gegen die Franzosen zu begeistern. In der Berliner Hasenheide eröffnete er 1811 den ersten "Turnplatz". 1819 wurde das öffentliche Turnen (bis 1842) aus politischen Gründen verboten und man turnte zwangsläufig in Hallen. So wurde die Entwicklung des Gerätturnens enorm gefördert. Nach Aufhebung des Verbots schnellte die Zahl der Turnvereinsgründungen in die Höhe.

    Olympische Geschichte

    Turnen zählte bereits in Athen 1896 mit acht Wettbewerben zu den olympischen Sportarten. Das Programm wurde im Laufe der Jahre sehr stark variiert, ehe es ab Berlin 1936 (bei den Männern) mit den heute noch gültigen Disziplinen auf Boden und an den verschiedenen Geräten konstant blieb.

    Frauenturnen war ab Amsterdam 1928 mit einem Wettbewerb (Achtkampf-Mannschaft) olympisch.

    Olympische Erfolge

    Turnen

    Bei den Spielen in Athen 1896 errangen die deutschen Turner neun Medaillen.

    Die erfolgreichste Einzelturnerin ist Larissa Latynina aus der damaligen UdSSR, die zwischen 1956 und 1964 achtzehn Medaillen (darunter neun goldene) gewann und damit an der Spitze aller Olympiateilnehmer überhaupt steht (siehe Ewige Bestenlisten).

    Nikolai Andrianow sicherte sich zwischen 1972 und 1980 fünfzehn Medaillen, darunter sieben goldene. Der Japaner Sawao Kato brachte es sogar auf acht Olympiasiege zwischen 1968 und 1976. Ebenfalls sieben Goldmedaillen errang Vera Caslavska aus der CSSR zwischen 1960 und 1968.

    In Montreal 1976 wurde erstmals die Höchstnote von 10,0 vergeben: Die Rumänin Nadia Comaneci zeigte Publikum und Kampfrichtern insgesamt sieben Mal perfekte Übungen.

    Erfolgreichste Turnnation überhaupt ist mit großem Abstand Russland/ Sowjetunion. Viele erfolgreiche Turner stellen außerdem auch Japan, die USA sowie Rumänien.