Weitsprung

    Aus Olympia-Lexikon.de

    Einleitung

    Weitsprung ist eine Sprungdisziplin in der Leichtathletik für Männer und Frauen, bei der die Springer nach einem 25-40 m langen Anlauf von einem Absprungbalken in eine ebenerdige Sandgrube springen. Zwischen Absprungbalken und Grube befindet sich eine Plastilinschicht, die einen Übertritt sichtbar werden lässt. Übertritt der Springer beim Absprung den Balken, ist der Sprung ungültig. Nach dem Absprung folgt die Flugphase, bei der der Springer beide Füße nach vorne streckt. Bei der Landung hinterlässt er einen Abdruck, der für die Messung ausschlaggebend ist. Die Weite ergibt sich aus der geraden Linie zwischen Vorderkante des Absprungbalkens und der Abdruckstelle im Sand, die dem Balken am nächsten ist.

    Regeln in Kürze

    Nach einer geforderten Qualifikationsweite kommen (mindestens) zwölf Springer in den Vorkampf, aus dem die besten acht nach drei Versuchen das Finale erreichen, wo sie nochmals drei Versuche haben.

    Olympische Geschichte und Erfolge

    Für Männer olympisch seit Athen 1896 und für Frauen seit London 1948.

    In Berlin 1936 siegte der Amerikaner Jesse Owens (vier Olympiasiege) im Weitsprung in einem spannenden Duell mit dem Deutschen Lutz Long (7,87 m). Mit der erzielten Rekordweite von 8,06 m war er der erste Mann, dem ein Sprung über 8 m gelang.

    In Los Angeles 1984 machte Carl Lewis seinem Landsmann Jesse Owens das Kunststück mit vier Olympiasiegen nach und gewann auch den Weitsprung mit 8,54 m. Diesem Sieg ließ er Gold in Seoul 1988 (8,72 m), Barcelona 1992 (8,67 m) sowie Atlanta 1996 (8,50 m) folgen.

    Bei den Frauen holte sich Heide Rosendahl die Goldmedaille in München 1972, und Heike Drechsler wandelte in ihren Spuren mit Silber in Seoul (1988) und Gold in Barcelona 1992.

    Olympische Highlights

    Der sensationellste Sprung, der sogenannte "Sprung ins 21. Jahrhundert", gelang dem Amerikaner Bob Beamon in der dünnen Höhenluft von Mexico City 1968 mit 8,90 m. Der Weltrekord stand damals auf 8,35 m. Beamons Sprung, auch etwas durch (erlaubten) Rückenwind begünstigt, hielt 23 Jahre, ehe der Amerikaner Mike Powell den Weltrekord bei der Weltmeisterschaft 1991 auf 8,95 m schraubte. Powells Rekord ist noch immer von Bestand.