Zehnkampf

    Aus Olympia-Lexikon.de

    Zehnkämpfer beim Kugelstoßen.

    Zehnkampf ist ein Mehrkampf-Wettbewerb in der Leichtathletik für Männer, der in zwei Tagen stattfindet.

    (Für Frauen siehe Siebenkampf)

    Regeln in Kürze

    Der Zehnkampf findet an zwei Tagen statt, und zwar in dieser Reihenfolge: 100 m-Lauf, Weitsprung, Kugelstoßen, Hochsprung und 400-Meter-Lauf (erster Tag) sowie 110 m-Hürdenlauf, Diskuswerfen, Stabhochsprung, Speerwerfen und 1500 m-Lauf (zweiter Tag).

    Die Leistungen in den einzelnen Disziplinen werden in Punkte umgerechnet und zu einem Gesamtergebnis addiert.

    Wettkampfdisziplinen

    Laufdisziplinen: 100 m, 400 m, 1500 m, 110 m Hürden;

    Sprungdisziplinen: Hochsprung, Weitsprung, Stabhochsprung;

    Wurfdisziplinen: Kugelstoßen, Diskuswerfen, Speerwerfen.

    Kurioses

    Der Sieger von Stockholm 1912, der Amerikaner Jim Thorpe, wurde wenige Monate später disqualifiziert, weil man ihm vorwarf, bei einigen unbedeutenden Baseballspielen geringe Geldsummen kassiert zu haben. 1982 wurde er durch das IOC rehabilitiert und in einer merkwürdigen Entscheidung zusammen mit dem damaligen Zweiten Hugo Wieslander (Schweden) zum "Mit-Sieger" erklärt.

    Jürgen Hingsen verursachte in Seoul 1988 beim ersten Wettbewerb über 100 m drei Fehlstarts und schied aus. In Barcelona 1992 fehlte der haushohe Favorit Dan O´Brien (USA), weil er sich in den amerikanischen Ausscheidungskämpfen (US trials) nicht für Olympia qualifizieren konnte.

    Olympische Geschichte und Erfolge

    Seit Stockholm 1912 werden olympische Zehnkampfwettbewerbe ausgetragen.

    Die Amerikaner Bob Mathias (1948 und 1952) und Rafer Johnson (1960) beherrschten das Geschehen, ehe dann Deutsche Athleten eine erfolgreiche Zehnkampftradition begründeten. In Tokio 1964 setzte sich Willi Holdorf in einem dramatischen Duell gegen den Esten Rein Aun durch, Hans Joachim Walde wurde Dritter.

    In Mexico City 1968 ließen sich Walde und Kurt Bendlin nur von dem Amerikaner Bill Toomey knapp besiegen, und in Montreal 1976 wurde Guido Kratschmer nur von dem Amerikaner Bruce Jenner bezwungen.

    In Moskau 1980 und Los Angeles 1984 siegte hintereinander der Brite F.M. "Daley" Thompson, wobei 1984 Jürgen Hingsen und Siegfried Wentz die Plätze zwei und drei belegten. In Seoul 1988 feierten Christian Schenk und Torsten Voss (beide DDR) einen Doppelsieg.

    In Atlanta 1996 ging ein neuer Stern auf: Frank Busemann wurde Überraschungs-Zweiter hinter dem Favoriten Dan O'Brien (USA).